Zwei bekannte Unterstützer haben sich aus der Organisation der Berliner Proteste von „Gen Z regelt“ zurückgezogen. Der Sänger Battal Yali und Max Schneller, in sozialen Netzwerken als „Maximaldemokratisch“ bekannt, teilten den Schritt am Dienstagabend gemeinsam auf Instagram mit.
Erst einen Tag zuvor hatten beide eigenen Angaben zufolge angeboten, bei der Demonstration in Berlin mitzuhelfen. Jetzt stoppen sie ihr Engagement – wegen offener Fragen zu Zuständigkeiten, Entscheidungen und finanzieller Transparenz. An diesem Samstag ruft Gen Z regelt bundesweit in 23 Städten zu Protesten auf.
Was Yali und „Maximaldemokratisch“ auf Instagram mitteilten
Die Ankündigung kam über einen gemeinsamen Instagram-Beitrag. Darin schreiben Yali und Schneller, sie hätten „ziemlich spontan angeboten“, die Organisation der Proteste in Berlin zu unterstützen. Sie hätten mithelfen wollen, damit die Demonstration ein Erfolg werde.
Im Verlauf der Gespräche sei jedoch klar geworden, dass die Vorstellungen von Organisation, Verantwortlichkeiten und Transparenz „nicht überall zusammenpassen“.
Den Ausstieg begründen beide ausdrücklich nicht mit Ärger. Er geschehe „nicht aus Ärger, nicht aus Misstrauen gegenüber einzelnen Menschen“, sondern weil sie sich mit der Verantwortung unter den derzeitigen Bedingungen nicht wohlfühlten.
„Vielleicht haben wir zu schnell zugesagt“
Die beiden räumen ein, sie seien „aus anderen Zusammenhängen andere Strukturen gewohnt“ und legten deshalb womöglich Maßstäbe an, die eine gerade entstehende Protestbewegung nicht von Beginn an erfüllen könne. „Vielleicht haben wir zu schnell zugesagt“, heißt es.
Ursprünglich hätten sie nur fragen wollen, ob sie auf einer Berliner Demo sprechen dürften. Erst im Gespräch hätten sie erfahren, dass organisatorisch noch vieles offen sei – woraufhin sie Hilfe bei Bühne, Technik, der Suche nach Ordnern und der Finanzierung angeboten hätten.
Offen geblieben seien am Ende Fragen zu Zuständigkeiten, Entscheidungen und finanzieller Transparenz. Unter diesen Umständen wollten sie keine organisatorische Verantwortung übernehmen. An den Anliegen der Proteste halten sie aber fest: „Protest ist wichtig. Junge Menschen müssen gehört werden.“
Worum es bei den „Gen Z regelt“-Protesten geht
Für diesen Samstag hat unter anderem die Initiative „Gen Z regelt“ zu bundesweiten Protesten in 23 Städten aufgerufen. Gefordert werden mehr Investitionen in Bildung und Gesundheit sowie bezahlbares Leben. Zudem wendet sich die Bewegung gegen eine mögliche Wehrpflicht.
In ihrem Aufruf verwies sie auf Jugendproteste unter anderem in Frankreich. Dort kommt es seit Wochen zu Demonstrationen und teils schweren Ausschreitungen.
Nach Angaben des Bundesinnenministeriums überwacht der Verfassungsschutz verstärkt einschlägige Internetseiten und soziale Netzwerke. Dort könnten laut einem Ministeriumssprecher „Aufrufe zur gewaltsamen Teilnahme oder zur Nutzung der Demonstrationen zur Verbreitung von Gewalt geteilt werden“.
Zugleich müsse klar zwischen friedlichen Schülerprotesten und gewaltbereiten Extremisten unterschieden werden, die solche Versammlungen für ihre Zwecke missbrauchten.
Bundesschülerkonferenz warnt vor Entwicklung wie in Frankreich
Wenige Tage vor den Protesten hat die Bundesschülerkonferenz (BSK) vor Ausschreitungen gewarnt. „Wir befürchten eine Entwicklung wie in Frankreich und wollen nicht, dass die Anliegen junger Menschen dadurch in den Hintergrund geraten“, sagte BSK-Vizegeneralsekretärin Lilli Berthold der Neuen Osnabrücker Zeitung vom Mittwoch.
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Es gehe nicht um Gewalt durch die Organisatoren, sondern darum, dass „andere Akteure solche Demonstrationen für ihre eigenen Zwecke nutzen könnten“. Dann lasse sich vor Ort kaum noch trennen, wer für welche Forderung stehe. Die BSK selbst ruft nicht ausdrücklich zur Teilnahme auf – wegen der Vielzahl an Themen wie Rente, Wehrdienst oder Nahost-Konflikt. Ihr politischer Auftrag sei das Thema Bildung.
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