Gewerkschaften kritisieren wachsende Missstände

Immer mehr Menschen sind arm trotz Arbeit

BLZ
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FRANKFURT A. M. Trotz einer bezahlten Arbeit sind immer mehr Menschen in Deutschland von Armut bedroht. Nach einer gestern vorgestellten Langfrist-Analyse des Statistischen Bundesamts hatte im vergangenen Jahr bereits jeder fünfte Erwerbstätige einen oftmals schlechter bezahlten Teilzeitjob, war in Zeitarbeit, geringfügig oder befristet beschäftigt. Das sind sechs Prozent mehr als vor zehn Jahren. Der Statistik zufolge hatten 2008 nur noch 66 Prozent aller Erwerbstätigen einen unbefristeten, sozialversicherungspflichtigen Arbeitsvertrag mit mehr als 20 Stunden pro Woche. 1998 lag der Anteil noch bei 72,6 Prozent.Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) bezeichnete die Zahlen als "Alarmsignale, die die Politik nicht länger ignorieren darf". DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach erneuerte die Forderung nach einem flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn nicht unter 7,50 Euro pro Stunde. Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) sagte der IG Metall Unterstützung zu. "Wir brauchen eine Lohnuntergrenze für Leiharbeit, damit der Lohnwettlauf nach unten gestoppt wird", sagte er. Zugleich stellte Scholz eine aus sieben Experten bestehende Mindestlohnkommission vor, die der frühere Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi (SPD) leiten soll.Die IG Metall kritisierte, dass mit Leiharbeit Tarifbedingungen immer mehr unterlaufen und Dumpinglöhne etabliert würden. IG-Metall-Vize Detlef Wetzel verwies darauf, dass Leiharbeiter oft für die gleiche Arbeit wesentlich weniger Lohn erhielten als Festangestellte und Gefahr liefen, bei einem Abschwung als erste ihre Jobs zu verlieren. (BLZ)Kommentar Seite 4, Politik Seite 5, Wirtschaft Seite 17

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