Sportpolitik

Gewichtheber-WM 2030: Kiew kämpft gegen Austragung in Moskau

Nach der Vergabe an Moskau kündigt der ukrainische Sportminister Einsprüche beim Gewichtheber-Weltverband und dem IOC an. Für den Kreml sei die WM ein Werkzeug der Propaganda.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
2 Min
Der armenische Gewichtheber Suren Grigoryan bei der Weltmeisterschaft 2025 im norwegischen Førde in der Gewichtsklasse bis 88 Kilogramm.

Der armenische Gewichtheber Suren Grigoryan bei der Weltmeisterschaft 2025 im norwegischen Førde in der Gewichtsklasse bis 88 Kilogramm.

© He Canling/imago

Die Ukraine will die Vergabe der Gewichtheber-Weltmeisterschaft 2030 an Moskau anfechten und eine neue Gastgeberauswahl erzwingen. Das kündigte der ukrainische Sportminister Matwij Bidny am Montag im Onlinedienst Facebook an.

Offizielle Schreiben an den Weltverband IWF und das Internationale Olympische Komitee (IOC) seien in Vorbereitung, berichtete die ukrainische Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine.

Aufruf an die Sportwelt

Solange Russland seinen Krieg gegen die Ukraine fortsetze, seien internationale Wettkämpfe auf russischem Boden nicht hinnehmbar, erklärte Bidny laut dem Nachrichtenportal Glavcom. Besonders zynisch sei die Entscheidung kurz vor dem Winter, da Russland seine Angriffe auf ukrainische Städte und die Energieversorgung verstärke.

Für den Kreml werde eine solche WM zum Instrument der Propaganda und zur politischen Rehabilitierung von Präsident Wladimir Putin, sagte der Minister. Bidny kündigte an, das Thema auch bei den Sportministern der Mitgliedstaaten des Europarats und der EU anzusprechen. Die internationale Sportwelt solle sich öffentlich gegen Moskau als Austragungsort aussprechen.

Der Weltverband IWF hatte am vergangenen Sonntag mitgeteilt, dass sein Exekutivvorstand vier Weltmeisterschaften zwischen 2028 und 2030 vergeben habe. Neben Moskau als Ausrichter der WM 2030 gehen die Nachwuchs-Titelkämpfe 2028 nach Pristina im Kosovo und nach Caracas in Venezuela, die WM 2029 nach Ahmedabad in Indien.

Zweierlei Maß im internationalen Sport

Ein generelles Startverbot für kriegführende Staaten gibt es im internationalen Sport nicht. 1992 wurde Jugoslawien (Serbien und Montenegro) wegen des Bosnienkrieges auf Grundlage von UN-Sanktionen ausgeschlossen.

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 sperrten zahlreiche Sportverbände Russland und Belarus. Das IOC hat seine Ausschlussempfehlungen inzwischen zurückgenommen, der Leichtathletik-Weltverband hält dagegen an den Sperren fest.

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