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Waldbrände: 500 Kräfte in Böhmischer Schweiz im Einsatz ++ Feuer bei Jüterbog breitet sich aus

Im tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz kämpfen rund 500 Einsatzkräfte gegen einen ausgedehnten Waldbrand. In Brandenburg brennt es auf einem früheren Truppenübungsplatz.

Brand im Nationalpark nahe Sachsen: Die Rauchwolke ist kilometerweit zu sehen

Brand im Nationalpark nahe Sachsen: Die Rauchwolke ist kilometerweit zu sehen

© Marko Förster

Im Nationalpark Böhmische Schweiz, einem Schutzgebiet an der Grenze zu Sachsen, breitet sich seit Samstag ein großflächiger Waldbrand aus. Rund 100 Hektar Waldfläche sind betroffen, wie die tschechische Feuerwehr mitteilte. Verletzt wurde niemand.

Das Feuer entstand im Ortsteil Rynartice nahe der Gemeinde Jetřichovice in der Region Ústí. Das Gebiet befindet sich nur wenige Kilometer vom beliebten deutschen Urlaubs- und Ausflugsort Schmilka entfernt. Anfangs war von kleineren Brandherden die Rede, doch wegen der Trockenheit und des schwer zugänglichen Geländes weiteten sich die Flammen zunächst rasch aus.

Das unwegsame Gelände macht den Einsatz von Löschhubschraubern nötig.

Das unwegsame Gelände macht den Einsatz von Löschhubschraubern nötig.

© Marko Förster

Im Einsatz sind derzeit rund 500 Feuerwehrleute, unterstützt von bis zu sieben Löschhubschraubern, die aus der Luft Wasser über den Brandherden abwerfen. Die Einsatzkräfte haben das Brandgebiet in vier Abschnitte unterteilt, zwei größere Abschnitte werden zusätzlich aus der Luft bekämpft. Ein Abschnitt liegt nahe eines Wohnhauses mit besonderem Schutzbedarf, das die Einheiten zu sichern versuchen.

Die Löscharbeiten gestalten sich schwierig: Steile Felsformationen und dichte Wälder erschweren den Zugang für die Bodentrupps erheblich, weshalb verstärkt Luftkräfte zum Einsatz kommen. Erschwerend kommen Wind, hohe Temperaturen und brennbares Material hinzu – auf der betroffenen Fläche befinden sich nach Angaben der tschechischen Feuerwehr etwa 400 bis 500 Kubikmeter Holz.

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Straßen gesperrt, Rauch bis nach Sachsen sichtbar

Das betroffene Gebiet wurde großräumig abgesperrt. Straßen und Zufahrten rund um Jetřichovice und den Nationalpark sind gesperrt, um Einsatzfahrzeugen freie Fahrt zu ermöglichen und Besucher fernzuhalten. Auch touristische Wege und Wandergebiete bleiben geschlossen. Betroffen sind insbesondere regionale Verbindungsstraßen in Richtung Česká Kamenice sowie Zufahrten aus dem Elbsandsteingebiet.

Eine konkrete Gefährdung für Ortschaften besteht nach Angaben der Behörden derzeit nicht. Der Rauch ist jedoch weithin sichtbar – auch bis nach Sachsen. Die Behörden warnen vor der anhaltend hohen Waldbrandgefahr in der Region und rufen die Bevölkerung zur Vorsicht auf.

Großbrand im Nationalpark: Seit Samstag sind mehr als 500 Feuerwehrleute im Einsatz, zahlreiche Straßen sind gesperrt

Großbrand im Nationalpark: Seit Samstag sind mehr als 500 Feuerwehrleute im Einsatz, zahlreiche Straßen sind gesperrt

© Marko Förster

Die Ursache des Brandes ist bislang unklar. Als Hauptfaktor für die schnelle Ausbreitung gilt die extreme Trockenheit der vergangenen Tage. Bereits in der Vergangenheit kam es in der Böhmischen Schweiz zu schweren Waldbränden. Die Einsatzkräfte arbeiten weiter daran, eine zusätzliche Ausbreitung des Feuers zu verhindern, während die Behörden die Lage genau beobachten.

Verheerender Waldbrand 2022: Enorme Schäden

Die Sorge ist groß, dass sich das Feuer weiter ausbreitet: Im Juli 2022 war im Nationalpark Böhmische Schweiz im Norden Tschechiens ein Waldbrand ausgebrochen, der sich zum schwersten Feuer in der Geschichte des Schutzgebiets entwickelte. Betroffen war eine Fläche von mehr als 1.600 Hektar – ein Ausmaß, das in der Region zuvor nie verzeichnet worden war.

Der Brand begann am 24. Juli 2022 nahe der Ortschaft Hřensko und griff rasch auf die ausgedehnten Nadelwälder des Nationalparks über. Begünstigt wurde die Ausbreitung durch eine anhaltende Dürreperiode, hohe Temperaturen und das durch den Borkenkäferbefall geschwächte Totholz, das in dem Gebiet seit Jahren vermehrt zu finden ist. Auch die zerklüftete Sandsteinlandschaft mit tiefen Schluchten erschwerte den Zugang zu den Brandherden erheblich.

Über drei Wochen lang waren mehrere tausend Feuerwehrleute aus Tschechien sowie aus Nachbarländern wie Deutschland, Polen, der Slowakei, Italien und Schweden im Einsatz. Unterstützt wurden sie durch Löschflugzeuge und Hubschrauber. Auf deutscher Seite griff das Feuer auch auf den angrenzenden Nationalpark Sächsische Schweiz über, wo ebenfalls Hunderte Hektar Wald in Flammen standen.

Der wirtschaftliche und ökologische Schaden gilt als enorm. Tschechische Behörden bezifferten die unmittelbaren Kosten auf mehrere hundert Millionen Kronen. Naturschützer wiesen darauf hin, dass sich die betroffenen Waldflächen erst über Jahrzehnte regenerieren werden. Zugleich entwickelte sich nach dem Brand eine Debatte über das Management des Nationalparks, insbesondere über den Umgang mit Totholz und die Frage, ob striktere Schutzkonzepte oder eine aktivere Waldpflege geeigneter sind, um künftige Großbrände zu verhindern.

Flammen breiten sich auf ehemaligem Truppenübungsplatz in Brandenburg aus

Auch in Brandenburg brennt es. Auf dem Areal eines früheren Truppenübungsplatzes bei Jüterbog im südwestlichen Brandenburg breitet sich ein Waldbrand aus. Es handelt sich um den bislang größten Waldbrand der laufenden Saison im Bundesland. Zwischenzeitlich standen 113 Hektar Waldfläche in Flammen, wie die örtliche Feuerwehr mitteilte.

Eine direkte Brandbekämpfung an den Flammen ist den Einsatzkräften nicht möglich, da auf dem Gelände noch Altmunition aus der militärischen Nutzung liegt. Stattdessen setzen die Helfer auf sogenannte Schutzstreifen an den Waldrändern – vegetationsfreie Zonen, auf denen sich das Feuer im Sandboden totlaufen soll.

Immer wieder soll es zu Detonationen alter Munition kommen. Die Ursache des Brandausbruchs ist nach Angaben der Feuerwehr bislang unklar. Ortschaften sollen nicht bedroht sein. Auf dem Gelände verlaufen auch Wanderwege durch das Schutzgebiet.

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