Im Großen Garten in Dresden läuft seit Mittwoch eine Anlage, die Restholz aus dem Park in Pflanzenkohle verwandelt. Das teilte die Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen (SBG) mit, die den Park verwaltet. Aus rund 80 Tonnen Holz, das bei der Baumpflege anfällt, sollen jährlich etwa 19 Tonnen Kohle entstehen. Sie wird mit Komposterde gemischt und in den sächsischen Schlossparks etwa bei Neupflanzungen eingesetzt, weil sie Wasser und Nährstoffe im Boden hält.
Planung, Kauf und Aufbau kosteten circa 340.000 Euro. 90 Prozent davon kamen als Fördermittel vom Bundesbauministerium aus dem Projekt „Klimawandel in historischen Gärten“, zehn Prozent trug die SBG selbst. Der Betrieb soll jährlich etwa 15.000 Euro kosten, Personal eingerechnet. Gekaufte Pflanzenkohle in gleicher Menge würde laut SBG rund 20.000 Euro kosten. Strom aus dem Netz braucht die Anlage nicht: Ein Stirling-Motor erzeugt ihn aus der Abwärme.
Die Anlage steht seit Dezember 2025 auf dem Lagerplatz des Parks, im Frühjahr folgten Aufbau und Tests. Sie soll zunächst etwa 17 Wochen im Jahr laufen. Später will die SBG sie in den geplanten Neubau der Gartenmeisterei einbauen, um die Abwärme dort zu nutzen. Die Baugenehmigung erteilte die Stadt im September 2025; beteiligt waren Bauaufsichtsamt, Umweltamt, Stadtplanungsamt und Denkmalbehörden. Gebaut hat die Anlage ein österreichischer Hersteller.
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Das Projekt „Klimawandel in historischen Gärten“ lief von 2022 bis 2025. Die SBG untersuchte dabei am Großen Garten und am Schlosspark Pillnitz, wie Hitze und Trockenheit den Baumbestand schädigen, und entwickelte Gegenmaßnahmen. Die Pyrolyseanlage war eine der zentralen Anschaffungen daraus. Geschäftsführer Christian Striefler erwartet, dass die Kohle im Boden „langfristig gesehen die Standortbedingungen für unseren Baumbestand deutlich verbessern“ wird.
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