Parlamentspräsident

Banaszak warnt vor AfD-Landtagspräsident: „Erstmals seit 1945 ein Rechtsextremer an der Parlamentsspitze“

Das BSW will AfD-Kandidat Tobias Rausch bei der Wahl zum Landtagspräsidenten unterstützen. Grünen-Chef Felix Banaszak spricht von einer Zäsur und kündigt Protest an.

2 Min
Felix Banaszak, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, sieht in der Wahl eines AfD-Politikers als Landtagspräsident in Sachsen-Anhalt einen Einschnitt.

Felix Banaszak, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, sieht in der Wahl eines AfD-Politikers als Landtagspräsident in Sachsen-Anhalt einen Einschnitt.

© IMAGO/Frank Gaeth

Grünen-Bundesvorsitzender Felix Banaszak hat die bevorstehende Wahl eines AfD-Politikers an die Spitze des sachsen-anhaltischen Landtags als Einschnitt bezeichnet. „Das erste Mal seit 1945 wird ein Rechtsextremer an der Spitze eines deutschen Parlamentes stehen“, sagte Banaszak in Berlin.

Am Dienstag konstituiert sich der Landtag in Magdeburg, dabei soll auch das Präsidium neu gewählt werden. Die AfD-Fraktion hat ihren Abgeordneten Tobias Rausch einstimmig für das Amt nominiert. Der Landesverband der AfD in Sachsen-Anhalt wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft.

Banaszak verwies darauf, dass die AfD bei der Landtagswahl keine absolute Mehrheit der Mandate errungen habe. Dass es dennoch zur Wahl Rauschs kommen dürfte, liege an einer anderen Fraktion, die den Kandidaten unterstütze – gemeint ist das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), das Rausch wählen will. „Aus einer Wahlalternative zur AfD ist also eine Wahlinitiative für die AfD geworden“, sagte Banaszak.

Grüne, SPD und Linke lehnen einen AfD-Parlamentspräsidenten ab. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Sven Schulze empfiehlt den Abgeordneten seiner Fraktion laut eigenen Angaben, sich zu enthalten.

Grüne reisen zu Protesten nach Magdeburg

Banaszak rechnet damit, dass am Dienstag versucht werde, „Demokratie verächtlich zu machen und andere Parteien und Fraktionen zu demütigen.“ An die Adresse der AfD richtete er die Worte: „Denen, die dort morgen feixen werden, sage ich: Freut euch nicht zu früh. Unsere Angst bekommt ihr nicht, unsere Resignation und unseren Fatalismus bekommt ihr nicht, aber unseren demokratischen Widerstand.“

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Der Grünen-Chef kündigte an, gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des Bundesvorstands nach Magdeburg zu reisen. Dort sind rund um die Wahl Protestaktionen geplant.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner