Der Plan war eigentlich klar. Mit zwei Siegen in den ersten beiden Spielen der Rückrunde wollte Hertha BSC nicht nur direkt ein Signal an die Konkurrenten im Aufstiegsrennen senden, sondern vor allem den Rückstand zur Spitze verkürzen. Die Realität allerdings ist eine andere: Auf das torlose Unentschieden gegen Spitzenreiter FC Schalke 04 folgte am Sonnabend ein 2:2 gegen den Karlsruher SC.
Nicht nur gegen Darmstadt muss Hertha BSC gewinnen
Fünf Spiele in Folge haben die Berliner nun nicht mehr gewonnen und sind nicht erst in den beiden Spielen in diesem Kalenderjahr, sondern schon zum Ende der ersten Saisonhälfte um eine bessere Ausgangsposition gebracht. Die Folgen beschrieb Stefan Leitl in zwei Sätzen sehr treffend: „Es ist einfach zu wenig, weil wir uns durch die beiden Ergebnisse unter Druck gesetzt haben“, sagte der Hertha-Trainer nach dem Schlusspfiff in Karlsruhe und fügte hinzu: „Wir müssen am Sonntag im Heimspiel gegen Darmstadt gewinnen, um oben dranzubleiben.“
Mit 30 Punkten liegen die Berliner auf dem siebten Platz und kommen mal wieder in der Tabelle der Zweiten Bundesliga nicht so recht vom Fleck. Die guten Leistungen gegen Schalke und den KSC haben vom Ertrag genauso viel gebracht wie die sportlich enttäuschenderen Auftritte vor dem Jahreswechsel bei Unentschieden gegen die Kellerkinder Greuther Fürth und Arminia Bielefeld. Vier Punkte mehr und man würde am kommenden Sonntag nicht mit sieben Zählern Rückstand in das Heimspiel gegen den Tabellenzweiten SV Darmstadt 98 gehen.
„Ihr Bullen seid der Feind“: Bayern-Ultras solidarisieren sich mit Hertha BSC
Hertha BSC kommt nicht vom Fleck: Team lässt zu viele Torchancen beim KSC liegen
Und auch nach der Partie gegen die Hessen wird es gegen die ebenfalls vor Hertha platzierten Teams aus Elversberg, Hannover und Paderborn keineswegs einfacher. Das Saisonziel Bundesligaaufstieg kann also bereits im Februar außer Reichweite geraten, dazwischen liegt am 10. Februar noch das Viertelfinale im DFB-Pokal gegen Bundesligist SC Freiburg.
Leitl steht nun vor der Aufgabe, die in den vergangenen Spielen gezeigte Qualität seiner Spieler mit der Effizienz, die während der Siegesserie von fünf Ligaspielen zwischen dem zehnten und 15. Spieltag die fehlende spielerische Dominanz übertüncht hatte, zusammenzubringen.
Gute Chancen allein reichen nicht für den Sieg
Denn sowohl gegen Schalke als auch im zweiten Abschnitt im Karlsruher Wildpark schnürte Hertha den Gegner ein und hätte durch die beiden großen Möglichkeiten von Luca Schuler auch als Sieger vom Platz gehen können. So blieb es durch die beiden Treffer von Fabian Reese (20.) und Jeremy Dudziak (79.) beim Remis, mit dem nicht nur Leitl nichts anfangen konnte. „Wir bringen uns Woche um Woche um den Lohn. Wir machen unsere Chancen nicht und laden hinten den Gegner ein, Tore zu schießen“, sagte Kapitän Reese, „wir müssen anfangen, wieder dreifach zu punkten.“
So erhalten die kommenden vier Spiele bis zum 22. Februar eine Art Pokalcharakter. Lediglich Siege bringen Hertha in der Tabelle voran. Unentschieden bedeuten eher Rückschritt als Stillstand. Der 48-jährige Leitl hatte schon in Karlsruhe begonnen, den Weg vorzugeben: „Wir haben alles auf eine Karte gesetzt, um zu gewinnen.“ In den kommenden vier Partien muss die Umsetzung erfolgen, um die Ambitionen am Leben zu erhalten.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]