Ukraine-Krieg

Hilfe für Tausende Eingeschlossene: Russland und Ukraine halten Feuerpause in Oleschky ein

Russland und die Ukraine bestätigen die Einhaltung der örtlichen Waffenruhe. Unter den verbliebenen Bewohnern sind etwa 200 Kinder, viele Menschen müssen dringend evakuiert werden.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Rauch steigt aus einem Wohngebiet der russisch besetzten Stadt Oleschky im ukrainischen Gebiet Cherson auf.

Rauch steigt aus einem Wohngebiet der russisch besetzten Stadt Oleschky im ukrainischen Gebiet Cherson auf.

© AP

Die örtliche Feuerpause in der russisch besetzten Stadt Oleschky im Süden der Ukraine ist nach Angaben beider Kriegsparteien in den ersten 30 Stunden eingehalten worden. Das erklärten die Menschenrechtsbeauftragten Russlands und der Ukraine am Mittwoch, wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete.

Die russische Beauftragte Jana Lantratowa erklärte demnach, sie tausche sich regelmäßig mit ihrem ukrainischen Gegenüber Dmytro Lubinez über die Umsetzung der Vereinbarung aus. Auch Lubinez bestätigte, dass keine Verstöße registriert worden seien. Beide dankten der US-Präsidentengattin Melania Trump für ihre Vermittlung.

Melania Trump vermittelte die Feuerpause

Die örtliche Vereinbarung geht auf eine Vermittlung der US-Präsidentengattin zurück. Nach Angaben des Weißen Hauses hatte sie mit Vertretern Russlands und der Ukraine über die Bedingungen verhandelt. Die Vereinbarung wurde am 23. Oktober bekannt gegeben.

Die Waffenruhe trat am Dienstag, dem 27. Oktober, um drei Uhr morgens Ortszeit in Kraft. Nach ukrainischen Angaben soll sie bis zum 1. November um 22.59 Uhr Ortszeit gelten. Sie soll Hilfslieferungen und die Evakuierung von Zivilisten ermöglichen.

Nach Angaben des ukrainischen Regionalmediums MOST müssen zunächst die Zufahrtsstraßen nach Oleschky entmint werden. Danach sollen Lebensmittel und medizinische Hilfsgüter geliefert und Fluchtwege geöffnet werden. Russland kündigte an, eine sichere Durchfahrt für einen Hilfskonvoi vorzubereiten.

Melania Trump erklärte, ausreisewillige Bewohner sollten Unterstützung erhalten, um an einen Zielort ihrer Wahl zu gelangen. Sie rechne damit, dass einige nach Russland und andere in die Ukraine reisen wollten.

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Tausende Menschen von Hilfe abgeschnitten

Oleschky liegt am östlichen Ufer des Dnipro gegenüber der Stadt Cherson und ist seit Beginn der russischen Invasion 2022 besetzt. Nach Berichten des Kyiv Independent fehlt es den verbliebenen Einwohnern an Lebensmitteln, Medikamenten, Strom und weiteren lebenswichtigen Gütern. Verminte Straßen, Drohnenangriffe und russische Zugangsbeschränkungen erschwerten die Versorgung der Bevölkerung und versperrten Fluchtwege.

Nach Angaben des ukrainischen Menschenrechtsbeauftragten vom September könnten noch mehr als 6000 Menschen in Oleschky und Umgebung leben, darunter etwa 200 Kinder. Nach Feststellungen seiner Behörde müssen 358 Menschen dringend in Sicherheit gebracht werden.

Die Evakuierungshelferin Ksenija Archipowa warnte im Gespräch mit dem Kyiv Independent, dass die Menschen, die nach einer größeren Evakuierung in Oleschky bleiben, noch stärker gefährdet sein könnten. Sie befürchtet, dass die Stadt nach dem Abzug vieler Zivilisten verstärkt angegriffen werden könnte und die übrigen Einwohner keine Hilfe mehr erhielten.

Nach Angaben des Kyiv Independent erklärte das Büro des ukrainischen Menschenrechtsbeauftragten am Dienstag, die Feuerpause erstrecke sich inzwischen auf das gesamte Gebiet Cherson. Angaben zum Verlauf der vorgesehenen Evakuierungen liegen bislang nicht vor.

Neue Gespräche für November geplant

Für die erste Novemberhälfte sind nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj neue Gespräche zwischen der Ukraine, Russland und den USA vorgesehen. Als mögliche Verhandlungsorte wurden laut Reuters Abu Dhabi und die Schweiz genannt.

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