Im antiken Pompeji warnte ein Mosaik vor dem Hund. Heute müsste dort ein anderes Schild hängen: Achtung, Katzen. Rund 50 von ihnen regieren die Ruinenstadt am Vesuv, und jetzt bekommen sie sogar einen eigenen Bildband.
Zwischen 40 und 50 Tiere leben nach Angaben des Archäologischen Parks Pompeji frei auf dem Gelände des Unesco-Welterbes. Sie dösen auf 2000 Jahre alten Mauern, streifen durch Villen und Gärten und posieren für Besucher, die eigentlich wegen der Fresken gekommen sind.
Viele Urlauber fahren am Ende mit mehr Katzen- als Säulenfotos nach Hause.
„Cats of Pompeii“: Der Bildband zur Kolonie
Das Buch heißt „Cats of Pompeii“ und erscheint beim Florentiner Verlag Giunti in Zusammenarbeit mit dem Park, wie Euronews berichtet.
Grundlage sind Aufnahmen der Archäologin und Fotografin Silvia Vacca, die sie dem Park überlassen hat. Fotografiert hat sie in den stillen Stunden, wenn die Reisegruppen abgezogen sind: Katzen in leeren Gassen, in Gärten, auf den Schwellen römischer Häuser.
Erhältlich ist der Band in den Verkaufsstellen im Park und über den Vertrieb des Verlags.
Der König vom Lupanar
Den berühmtesten Kater der Kolonie erlebt das Erscheinen nicht mehr. Lince, auf Deutsch „Luchs“, war jahrelang der Chef der Ruinen-Katzen. Sein Revier: ausgerechnet das Lupanar, das antike Bordell und einer der meistbesuchten Orte der Stadt.
Der Park würdigte ihn auf Facebook als „Hüter des Lupanars“ und „weltweiten Influencer“. Ein Großteil der heutigen Pompeji-Katzen soll von ihm abstammen.
Im Februar 2026 starb Lince an Nierenversagen, wie die Nachrichtenagentur LaPresse berichtete. Die Ursache war nach Darstellung des Parks ungeeignetes Futter.
Warum Füttern in Pompeji verboten ist
Damit ist die wichtigste Regel für Besucher klar. Wer den Katzen ein Stück Schinkenbrot zusteckt, meint es gut und schadet ihnen. Der Park verbietet das Füttern ausdrücklich, falsches Futter kann für die Tiere tödlich sein.
Versorgt werden die Katzen von Personal und Ehrenamtlichen, vor allem vom Verein Archeogatti unter Vorsitz von Antonella Carotenuto. Er organisiert Kastrationen, Gesundheitschecks und die Fütterung und vermittelt einzelne „Archäologen-Katzen“ in ein neues Zuhause.
Damit niemand seine Katze heimlich zwischen den Tempeln aussetzt, setzt der Park inzwischen sogar Videoüberwachung ein.
Katzen gab es schon im alten Pompeji
Ganz neu ist die Liaison nicht. Ein Mosaik aus der Casa del Fauno, einer der prächtigsten Villen der Stadt, zeigt eine Katze, die einen Vogel packt. Das Original ist heute im Archäologischen Nationalmuseum in Neapel zu sehen.
Ihre Nachfahren haben sich die Stadt zurückgeholt, und zwar zu besseren Konditionen als jeder Besucher. Ein reguläres Ticket für Pompeji kostet seit Januar 2026 20 Euro. Die Katzen zahlen null.
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