Archäologen haben in der westtürkischen Provinz Kütahya rund 4000 Jahre alte Pfotenabdrücke eines Hundes auf einem Lehmziegel gefunden. Der Ziegel lag im Schutt eines Hauses aus der Bronzezeit in der Ausgrabungsstätte Tavşanlı Höyük. Der türkische Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy gab den Fund am Montag bekannt, wie die Zeitung Habertürk berichtete.
Das Tier war offenbar über den Ziegel gelaufen, als der Lehm noch feucht war. Beim Trocknen blieben die Abdrücke erhalten. Später wurde der Ziegel in eine Hauswand eingebaut. Bei einem Brand wurde das Haus zerstört. Der Ziegel mit den Pfotenabdrücken blieb im Schutt zurück.
Bronzezeitliche Siedlung in Westanatolien
Lehmziegel wurden damals aus Erde, Wasser und Stroh hergestellt, in Formen gepresst und anschließend in der Sonne getrocknet. Die Geschichte des Siedlungshügels Tavşanlı Höyük reicht rund 8000 Jahre zurück. In der Bronzezeit entwickelte sich der Ort zu einer der größten Siedlungen Westanatoliens. Die Grabungsstätte erstreckt sich nach Angaben des Fachportals Anatolian Archaeology über mindestens 45 Hektar.
Die Ausgrabungen in Tavşanlı Höyük werden seit 2021 vom Archäologen Erkan Fidan geleitet. Die nun dort gefundenen Abdrücke belegen, dass sich vor rund 4000 Jahren ein Hund in der Siedlung aufhielt. Ob der Hund von Tavşanlı Höyük in einem Haushalt gehalten wurde oder frei umherstreifte, lässt sich daraus nicht schließen, wie das Nachrichtenportal Greek Reporter schreibt.
Hunde stammen von Wölfen ab. Vermutlich domestizierte der Mensch sie als erste Tiere – lange bevor er sesshaft wurde und Landwirtschaft betrieb. Ihre Haustierwerdung begann wahrscheinlich vor 20.000 bis 40.000 Jahren. Einer im März 2026 in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichten Studie zufolge stammen die bislang ältesten eindeutigen genetischen Nachweise für Haushunde von rund 15.800 Jahre alten Hundeknochen aus der Türkei.
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