Inflation

Steigende Inflation in Deutschland: Juli erreicht voraussichtlich 2,8 Prozent

Die Inflation in Deutschland zieht wieder an: Im Juli stiegen die Verbraucherpreise voraussichtlich um 2,8 Prozent. Grund sind vor allem höhere Spritpreise nach dem Ende des Tankrabatts.

2 Min
Die Inflation springt nach Ende des Tankrabatts auf 2,8 Prozent.

Die Inflation springt nach Ende des Tankrabatts auf 2,8 Prozent.

© Sebastian Kahnert/dpa

Die Inflationsrate in Deutschland ist im Juli auf voraussichtlich 2,8 Prozent gestiegen. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mit. Im Juni hatte die Teuerung im Vergleich zum Vorjahresmonat noch bei 2,3 Prozent gelegen. Ein wesentlicher Grund für den damaligen Rückgang war laut Behörde der staatliche Tankrabatt.

Die Energiepreise legten im Juli um 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu. Im Mai und Juni hatte der Tankrabatt die Energiesteuern auf Benzin und Diesel um fast 17 Cent pro Liter gesenkt. Der Energiepreisanstieg lag deshalb im Mai bei 6,6 Prozent und im Juni bei 3,4 Prozent. Nahrungsmittel verteuerten sich im Juli um 0,4 Prozent, Dienstleistungen um 2,9 Prozent.

Der Tankrabatt kostete den Staat nach Schätzungen 1,6 Milliarden Euro. Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU) sagte den Sendern RTL und ntv, die Steuersenkung sei sehr teuer gewesen. In der Bundesregierung sei man sich einig, dieses Instrument nicht erneut einzusetzen.

Fachleute erwarten weiter steigende Preise

Silke Tober vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung erklärte, der Anstieg sei keine Überraschung und auf das Ende des Tankrabatts sowie den Rohölpreisanstieg nach dem Wiederaufflammen des Iran-Kriegs zurückzuführen. ING-Analyst Carsten Brzeski verwies darauf, dass sich neben den Energiepreisen auch die Kosten für Waren, Transport und Gesundheitsversorgung beschleunigt hätten. Er rechne mit weiteren Folgewirkungen auf Transport- und Lebensmittelpreise.

Sorge bereite zudem die Hitzewelle in Europa, so Brzeski. Niedrigere Wasserstände in wichtigen Wasserwegen könnten die Lieferketten stören, Ernteschäden die Lebensmittelpreise weiter anheizen. In den kommenden Monaten könnte die Inflation über drei Prozent steigen.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Auch die Chefvolkswirtin der DZ Bank, Sonja Marten, sieht „das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht“. Je länger die hohen Energiepreise Bestand hätten, desto größer würden die indirekten inflationären Effekte ausfallen. Die endgültigen Zahlen will das Statistische Bundesamt am 12. August veröffentlichen. (mit AFP)

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner