Nahost

Iran-Krieg eskaliert: USA greifen Ziele der Revolutionsgarden an

Nach rund einem Monat ohne größere direkte Kämpfe greifen die USA wieder Ziele im Iran an. Teheran meldet Raketen und Drohnen. Trump droht mit einem noch größeren Angriff.

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Ein F/A-18E-Kampfjet der US Navy startet von einem Flugzeugträger.

Ein F/A-18E-Kampfjet der US Navy startet von einem Flugzeugträger.

© U.S. Navy/imago

Die USA haben am Dienstagabend eine neue Angriffswelle gegen Ziele im Iran begonnen. Die Angriffe auf Einrichtungen der iranischen Revolutionsgarden hätten um 18 Uhr deutscher Zeit begonnen, teilte das für den Nahen Osten zuständige US-Zentralkommando Centcom mit.

Die Angriffe seien eine Reaktion auf Versuche der Revolutionsgarden, Handelsschiffe in der Straße von Hormus und amerikanische Soldaten in der Region anzugreifen. Weitere Belege oder Einzelheiten zu den Einsätzen veröffentlichte Centcom zunächst nicht.

Iranische Medien meldeten Explosionen an mehreren Orten im Süden des Landes. Nach Angaben des staatlichen Rundfunks wurde die Insel Qeschm getroffen. Die staatlich beeinflusste Nachrichtenagentur Nour News berichtete zudem über Explosionen in Bandar Abbas und Tschabahar. Die staatliche Agentur Irna nannte außerdem Dschask und Sirik.

Welche Ziele getroffen wurden und wie groß die Schäden sind, blieb zunächst unklar. Auch über mögliche Opfer lagen am Dienstagabend keine verlässlichen Angaben vor.

Iran meldet Angriffe mit Raketen und Drohnen

Wenig später berichteten die den iranischen Sicherheitskräften nahestehenden Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim, der Iran habe als Antwort Raketen und Drohnen abgefeuert. Angaben zu den Zielen oder zur Zahl der eingesetzten Geschosse machten sie zunächst nicht. Eine unabhängige Bestätigung der Gegenangriffe lag zunächst nicht vor.

Der Generalstab der iranischen Streitkräfte und das gemeinsame Militärkommando kündigten nach Angaben der Nachrichtenagentur AP „vernichtende Schläge“ gegen die Vereinigten Staaten an. Ein Sprecher der Revolutionsgarden erklärte laut Reuters, Washington werde seine neuen Angriffe bereuen.

Die erneuten Kämpfe beenden eine etwa einmonatige Phase ohne größere direkte Angriffe zwischen den USA und dem Iran.

Trump droht mit noch größerem Angriff

US-Präsident Donald Trump bezeichnete den jüngsten Angriff bei Truth Social als gerechtfertigt. Sollte der Iran zurückschlagen, werde das Land auf einem „viel härteren und höheren Niveau“ erneut getroffen. Ein noch größerer Angriff stehe bereit.

„Wenn es vorbei ist, wird von der Islamischen Republik Iran nur noch sehr wenig übrig sein“, schrieb Trump.

Nach seiner Darstellung reagierten die USA auf den Versuch iranischer Kräfte, Seeminen in der Straße von Hormus auszubringen. Außerdem habe der Iran acht Raketen auf einen US-Militärstützpunkt in Jordanien abgefeuert. Alle Geschosse seien abgefangen worden.

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Bereits am Sonntag hatten die USA nach eigenen Angaben iranische Raketenwerfer auf der Insel Larak in der Straße von Hormus angegriffen. Centcom erklärte, iranische Kräfte hätten mit den Werfern Seeminen ausbringen wollen.

Der Iran antwortete darauf nach eigenen Angaben mit ballistischen Raketen gegen die US-Stützpunkte King Hussein und Al-Asrak in Jordanien. Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten zudem den Abschuss einer iranischen Drohne über ihrem Hoheitsgebiet.

Feuerpause vom Juni droht endgültig zu scheitern

Noch vor Beginn der neuen US-Angriffe hatte der iranische Präsident Massud Peseschkian Washington zur Einhaltung einer im Juni geschlossenen Zwischenvereinbarung aufgefordert. Kehre die US-Regierung zu ihren Verpflichtungen zurück, werde der Iran „unverzüglich ebenso handeln“, sagte Peseschkian beim Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit in Kirgistan.

Die Vereinbarung sollte die Kämpfe beenden, die am 28. Februar mit gemeinsamen Angriffen der USA und Israels auf den Iran begonnen hatten. Zahlreiche Streitpunkte wurden jedoch vertagt. Eine vorgesehene Verhandlungsphase von 60 Tagen endete ohne umfassendes Abkommen.

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei, warf Washington vor, Verhandlungen mit der Durchsetzung eigener Forderungen zu verwechseln. Der Iran werde sowohl seine militärischen als auch seine diplomatischen Möglichkeiten einsetzen.

Angriffe auf Tanker treiben Ölpreise nach oben

Die erneute Eskalation trifft die für den Welthandel zentrale Straße von Hormus. Durch die Meerenge werden normalerweise rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Erdöls transportiert. Seit Beginn des Krieges hat der Iran die Passage faktisch weitgehend für den Schiffsverkehr geschlossen.

Am Montag wurden nach Angaben der Schifffahrtsdienste Marisks und Kpler zwei mit saudischem Öl beladene Supertanker kurz nacheinander von bislang unbekannten Geschossen getroffen. Wer für die Angriffe verantwortlich war, ist nicht geklärt.

Die Ölpreise legten nach Beginn der neuen US-Angriffe weiter zu. Teheran drohte erneut, keine Ölexporte aus dem Persischen Golf zuzulassen, sollte der Iran sein eigenes Öl nicht ausführen können.

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