„No Future“ sei kein Zeichen von Resignation, sondern eine Kampfansage, so der Schauspieler Jan Josef Liefers. Vor fast 37 Jahren, am 4. November 1989, kämpften er und eine halbe Million DDR-Bürger auf dem Berliner Alexanderplatz friedlich für die Freiheit und das Ende des SED-Regimes – mit Worten und Argumenten. Angesichts der drohenden Krawalle am Wochenende im Umfeld der Gen-Z-Proteste zieht der „Tatort“-Star in dem Podcast „Liefers + Broicher“ nun eine klare Trennlinie zwischen dem historischen Systemsturz von 1989 und dem heutigen Vandalismus. Obwohl er den Frust der Jugend verstehe, wie er sagt, warnt er davor, dass „Knalltüten und Idioten“ den Protest missbrauchen könnten.
Leipziger Händler verbarrikadieren Schaufenster vor „Gen Z regelt“-Demonstration
Während Händler ihre Geschäfte vielerorts, etwa in Leipzig, bereits verbarrikadiert haben und die Polizei in Alarmbereitschaft versetzt wurde, sorgt sich Liefers um eine Instrumentalisierung der Jugendkultur. Es könnten sich „altbekannte Knalltüten und Idioten“ unter die demonstrierenden Jugendlichen mischen, um Krawalle anzuzetteln und damit den eigentlichen, berechtigten Protest der neuen Generation gezielt zu kompromittieren.
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Der fundamentale Unterschied zu 1989 liegt für den Schauspieler nicht in der Motivation, sondern in der Form des Protests und der Gewaltbereitschaft. 1989 gab es laut Liefers den klaren Konsens, keine Schaufenster zu zertrümmern, keine Autos abzufackeln und keine Rathäuser anzuzünden. Die Demonstranten saßen im selben Boot wie die Ladenbesitzer. Heute plündere man „anderen armen Schweinen die Läden aus“, so Liefers.
Dem heutigen Protest fehle diese konstruktive Zukunftsgewandtheit, wenn er stattdessen in reinem Vandalismus münde. Obwohl Liefers betont, dass er den Unmut und das Bedürfnis der heutigen Jugend versteht, sich gegen einen „bräsigen Staat“ aufzulehnen, distanziert er sich scharf von der begleitenden Gewalt, die den Kern der demokratischen Teilhabe zerstört.
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