Ein japanisches Forscherteam hat in der nordjapanischen Präfektur Hokkaido geochemische Spuren eines Asteroidenschlags entdeckt, der möglicherweise das Massensterben der Dinosaurier vor rund 66 Millionen Jahren ausgelöst hat. Das berichtet die japanische Nachrichtenagentur Jijipress.
Der Asteroid mit einem Durchmesser von rund 10 bis 15 Kilometern schlug dem Bericht zufolge nahe der heutigen Yucatán Peninsula in Mexiko ein. Der Einschlag führte unter anderem zu globalen Veränderungen des Klimas und gilt als eine Hauptursache für das Massenaussterben am Ende der Kreidezeit, bei dem unter anderem die Dinosaurier verschwanden.
Erhöhte Konzentration seltener Metalle in Gesteinsschicht
Die Forscher untersuchten über einen Zeitraum von zehn Jahren die sogenannten Nemuro-Gesteinsschichten in Hokkaido, die während der Kreidezeit Meeresboden waren, wie Jijipress berichtet. In den Schichten fanden sie laut Japan Times eine hohe Konzentration von Platingruppenelementen, die im Asteroiden reichlich vorhanden waren.
Mithilfe von Fossilienanalysen und der Datierung vulkanischer Ascheschichten ordneten sie die Fundstelle der sogenannten Kreide-Paläogen-Grenze (K-Pg-Grenze) vor rund 66 Millionen Jahren zu. Laut Jijipress wurden weltweit Spuren des Asteroideneinschlags in Gesteinsschichten mit hoher Konzentration an Platingruppenelementen gefunden, es handele sich nach Angaben der Forscher jedoch um den ersten derartigen Fund in Japan.
Die Erkenntnisse wurden unter anderem in der Fachzeitschrift Communications Earth & Environment veröffentlicht. Beteiligt waren laut Jijipress Wissenschaftler der Universität Tohoku, der Universität Tokio und der Präfekturuniversität Fukui.
Weitere Untersuchungen in Aussicht
Die Forscher stellten laut Japan Times fest, dass ein Teil der ursprünglichen Gesteinsschichten nicht vorhanden sei. Das fehlende Intervall werde auf etwa 30.000 Jahre nach dem Einschlag geschätzt. „Es gibt nur wenige Aufzeichnungen über aufeinanderfolgende Schichten, sodass viele Fragen zu den Umweltveränderungen rund um die Zeit des Dinosauriersterbens unbeantwortet bleiben“, sagte Professor Reishi Takashima von der Universität Tohoku dem Bericht zufolge.
Das Team sei dem Bericht zufolge bereit, weitere Analysen durchzuführen, um möglicherweise ununterbrochene Schichten zu entdecken, die dem genauen Zeitpunkt des Asteroideneinschlags entsprechen. Künftige Analysen würden „voraussichtlich die Prozesse aufzeigen, durch die die Dinosaurier ausstarben, und wie sich das Leben dann allmählich erholte und ausbreitete“, so Takashima.
Wadephul verspricht mehr deutsche Verantwortung in der Nato
„Nagatitan“: Neuer Riesensaurier in Thailand entdeckt
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]