Bei diesem Termin am vergangenen Donnerstag herrscht in der Jugendredaktion aufgeregte Stimmung. Wir stehen vorm Reichstag, und gleich treffen wir auf die Blutsauger. Nein, nicht die Politiker, sondern die freundlichen Mitarbeiter vom Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Anlässlich des Weltblutspendetags am 14. Juni hatte der volljährige Teil der Jugendredaktion beschlossen, gemeinsam Blut zu spenden. Und da das DRK jedes Jahr einen Spendetermin für den Bundestag durchführt, schlossen wir uns der illustren Gesellschaft an."Wenn es mir einmal schlecht gehen sollte, würde ich mich sehr freuen, dass es Menschen gab, die ihr Blut gespendet haben", sagt uns Thomas de Maizière, Chef des Bundeskanzleramts, der bereits zum fünften Mal spendete. Genauso sehen wir das auch. Aufgeregt sind wir trotzdem. "Das ist wie vor einer Prüfung", sagt Jugendreporterin Carolin. "Man zittert, ob man genug Eisen und einen guten Blutdruck hat. Als die Ärztin mir sagte, dass ich sehr gute Werte hätte, habe ich mich gefühlt, als hätte ich eine Eins bekommen."Blutspenden sind enorm wichtig, da man Blut nicht künstlich herstellen kann, erklärt uns Kerstin Schweiger, die Pressesprecherin des DRK- Blutspendedienstes Ost. Zu diesem Zeitpunkt, 13.30 Uhr, fünf Stunden nach Spendebeginn, zeigt der Spendenzähler 150 an. "Mit 150 Spenden kann man mindestens 300 Menschen in Not helfen", so Schweiger.Mittlerweile sind die ersten Jugendlichen untersucht und machen es sich auf den Liegen bequem. Zeit, die Wettbewerbsergebnisse der Abgeordneten zu studieren - jedes Jahr kämpfen die Fraktionen darum, die meisten Spender zu mobilisieren. Trauriges Schlusslicht: die Grünen mit sechs Spendern bis 14.30 Uhr. Ganz vorne liegen CDU/CSU mit 32 Spendern, gefolgt von der SPD mit 23. Die FDP liegt bei acht, die Linken bei zwölf Spenden. Da naht Matthias W. Birkwald, der den 13. Punkt für die Linken holt. "Die Zahlen muss man relativieren, weil die großen Parteien viel mehr Abgeordnete haben. Prozentual gesehen liegen wir vorne", freut er sich. Auch als er nach seiner Spende aus dem Zelt kommt, schaut er vergnügt: "Es ist ein tolles Gefühl, wenn man mit so wenig Aufwand Menschen helfen kann, die sich in Lebensgefahr befinden", sagt er. Auch wir sitzen zufrieden im Zelt und lassen uns den Imbiss des DRK schmecken. "Alle sind so nett hier und kümmern sich, das macht richtig Spaß", schwärmt Anja.15.30 Uhr: Wir sind gestärkt, die Piekser lange vergessen. Der Spendenzähler zeigt 222 an. "Das toppt alles, was wir an diesem Standort je erreicht haben", freut sich Kerstin Schweiger. Und die Wettbewerbstafel? Die CDU/CSU ist die stärkste Partei, wenn es um Spenden geht: 36 Punkte. Die SPD hat zehn Spender weniger, die Linken 14, die FDP liegt unverändert bei acht, und selbst die Grünen haben noch einen Spender auftreiben können und es auf sieben geschafft.------------------------------In zehn Minuten zum LebensretterBlutspender müssen volljährig und gesund sein. Vor der Spende füllt man einen Fragebogen zur Bestmmung der Tauglichkeit aus und wird von Ärzten gründlich untersucht.Spendetermine erfahrt ihr etwa beim DRK unter Tel. 0800/119 49 11.Auf alle Fragen, die euch vorm Spenden bewegen, bekommt ihr im Internet Antwort: www.blut-spende.de
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