Spanner

Kameras auf Damentoilette: Hausmeister filmt Frauen in Hochschule

Zum zweiten Mal wurden in der Hochschule für Wirtschaft und Recht Vorrichtungen für versteckte Kameras gefunden.

2 Min
Eines der Gebäude der Hochschule für Wirtschaft und Recht.

Eines der Gebäude der Hochschule für Wirtschaft und Recht.

© Hochschule für Wirtschaft und Recht

„Ein perverser Spanner ist da unterwegs.“ Das sind am Montag die Worte eines Angestellten der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR). Am Vormittag wurde die Polizei zum HWR-Campus nach Lichtenberg alarmiert – schon zum zweiten Mal.

In einer der Damentoiletten hatte eine Putzfrau mehrere mutmaßliche Vorrichtungen zum Anbringen von versteckten Kameras bemerkt. Nach Angaben von Ermittlern handelt es sich bei den Vorrichtungen um Klettstreifen  an Hygienebehältern auf dem Boden im Haus II.

Die Polizeibeamten stellten die Vorrichtungen sicher. Kameras fanden sie nicht. Nähere Angaben macht die Polizei nicht. Die Ermittlungen dauern an, hieß es lediglich.

Hausdurchsuchung in Treptow

Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art. Bereits am 10. Juni hatten Studentinnen auf einer HWR-Toilette Kameras in Hygienebehältern am Boden entdeckt. Der sofortige Verdacht: Jemand hat heimlich Videoaufnahmen gemacht. Das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft leiteten Ermittlungen ein, die bald auf die Spur des mutmaßlichen Täters kamen.

Am Mittwochmorgen vergangener Woche bekam dann ein 66-jähriger Mann in Treptow Hausbesuch von der Polizei. Er ist bei einer Hausmeisterfirma angestellt, die die HWR-Gebäude instand hält. Ermittler durchsuchten seine Wohnung und beschlagnahmten Datenträger.

„Es darf keinen Platz für Spanner geben“

Nach einer erkennungsdienstlichen Behandlung und der Vernehmung im LKA wurde er wieder entlassen. Derzeit werden die beschlagnahmten Datenspeicher im LKA ausgewertet.

Benjamin Jendro von der Gewerkschaft der Polizei spricht von einem „unglaublich perfiden Eingriff in die Persönlichkeitsrechte unserer weiblichen Studis“. Er hoffe, dass schnell geklärt werde, ob es sich um Gerätschaften handle, die nach dem ersten Fund im Juni übersehen worden seien, oder um neue Apparaturen, mit denen derselbe oder ein weiterer mutmaßlicher Sexualstraftäter sein Unwesen treibe. „Die Ausbildungsstandorte unserer Nachwuchskräfte müssen sichere Orte sein. Es darf keinerlei Platz für Spanner geben.“

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner