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Karls reißt ab: Beliebter Ostsee-Standort schließt am 1. November

Pier 7 Warnemünde: Karls investiert bis zu 6 Millionen Euro in einen Neubau mit zwei Dachterrassen, 296 Plätzen und Blick auf den Kreuzfahrthafen.

4 Min
Shoppen, schlemmen, Schiffe gucken: Seit 21 Jahren steht der Pier 7 von Karls am Passagierkai in Warnemünde. Am 1. November ist zum letzten Mal geöffnet.

Shoppen, schlemmen, Schiffe gucken: Seit 21 Jahren steht der Pier 7 von Karls am Passagierkai in Warnemünde. Am 1. November ist zum letzten Mal geöffnet.

© Imago

Am 4. November rollen in Warnemünde die Bagger an. Dann verschwindet der Pier 7, jener Bau im Hafen, in dem Karls Sandskulpturen ausstellt und Gäste bewirtet.

Ersatzlos ist der Abriss nicht. An derselben Stelle soll ein deutlich größeres Haus entstehen, mit zwei Dachterrassen und Blick auf die einlaufenden Kreuzfahrtschiffe.

Trotzdem dürfte der Herbst für viele Stammgäste unangenehm werden. Denn zwischen Abriss und Neueröffnung liegt ein kompletter Ostsee-Sommer ohne Pier 7.

Karls Pier 7 in Warnemünde: Letzter Öffnungstag ist der 1. November

Der Zeitplan ist eng getaktet. Mit dem Ende der diesjährigen Sand-Ausstellung endet auch der Betrieb.

Der 1. November ist der letzte Tag, an dem Besucher das Gebäude betreten können. Danach wird ausgeräumt, drei Tage später beginnt der Abriss.

Wer die Sandwelt also noch einmal sehen, im Restaurant sitzen oder die Kinder auf den Spielplatz schicken will, hat nur noch wenige Wochen Zeit.

Karls-Chef Robert Dahl: Mietvertrag läuft bis 2041

Robert Dahl macht aus dem Zustand des Baus kein Geheimnis. Das Gebäude sei „brutalst in die Jahre gekommen“, sagte der Karls-Inhaber, als er die Pläne im März in der Sitzung des Ortsbeirats Warnemünde vorstellte. Der Nordkurier hatte darüber berichtet.

Saniert wurde trotzdem lange nicht. Der Grund war profan: Der Mietvertrag wäre Ende 2025 ausgelaufen, und in den drei Jahren davor investierte das Unternehmen nach eigenen Angaben nur noch zurückhaltend.

Inzwischen ist die Verlängerung da. Der Vertrag läuft bis 2041, mit Optionen bis 2051. Repariert wird nun nichts mehr, gebaut wird neu.

Die Sandfiguren an Pier 7 allein waren eine Reise wert.

Die Sandfiguren an Pier 7 allein waren eine Reise wert.

© Imago

Neubau in Warnemünde: 5,5 Millionen Euro und 296 Plätze

Zwischen 5,5 und 6 Millionen Euro will Karls in den Standort stecken – und das für den kleinsten Betrieb des Unternehmens.

Allein die Gastronomie wächst massiv: 116 Sitzplätze sind im Innenbereich geplant, 108 im Außenbereich, 72 auf den Terrassen. Zusammen 296 Plätze direkt am Kreuzfahrthafen.

Von den beiden Dachterrassen soll eine nach Norden zeigen, dorthin, wo die Schiffe einlaufen. Die zweite geht nach Süden über das Ostseebad.

Auch optisch soll sich der Neubau von der üblichen Hafengastronomie absetzen. Die Fassade ist in Treibholz-Tönen geplant, dazu verrosteter Cortenstahl und Strandroggen, der oben und unten am Gebäude wachsen soll.

Der Außenbereich wird neu gepflastert, ein neuer Spielplatz ist vorgesehen. Und auch die Sandwelt soll am Standort weiter Platz bekommen.

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