Eine Schauspielerin sollte eine Polizei-Psychologin glaubwürdig darstellen können, auch wenn sie sich mit der Lehre von der Seele zuvor nicht groß beschäftigt hat. Aber eine gewisse Bildung hat durchaus Vorzüge. Und so bekommt nun mit Karoline Schuch eine diplomierte Psychologin im „Tatort“ aus Kiel eine dauerhafte Hauptrolle als Psychologin im polizeilichen Dienst. Sie arbeitet an der Seite von Almila Bagriacik, die weiterhin die Hauptkommissarin Mila Sahin verkörpert, während Axel Milberg als Kommissar Klaus Borowski 2025 aufhört. Mit beiden war Schuch einmal vor sechs Jahren gemeinsam im „Tatort“ zu sehen, „Borowski und das Haus der Geister“ hieß der, da stand sie auf der polizeifernen Seite. Erste „Tatort“-Erfahrungen sammelte sie bereits Anfang des Jahrtausends als Tochter von Freddy Schenk in Köln.
Geboren wurde sie im Oktober 1981 im thüringischen Jena als Tochter einer Ärztin und eines Psychiaters. Als sie die Stadt mit 18 verließ, weinte sie „diesem Kaff keine Träne nach“, schrieb sie mal im Spiegel. Später habe sie die Vorzüge wieder zu schätzen gelernt, vor allem die „herausragende Kulturlandschaft: Theater, eine Philharmonie, ein sensationelles Musiksommerfestival, die Kulturarena“. Sie hat in Jena als Kind mit dem Theaterspielen begonnen und dann als Jugendliche etliche Fernsehrollen gehabt, ehe sie das Studium an der Freien Universität begann. Inzwischen lebt sie mit ihrer Familie in Mecklenburg-Vorpommern. Ihr Bruder Albrecht, vier Jahre jünger als sie, hat Schauspiel studiert und hat sie an Bekanntheit überholt.
Ungeheuerliches im Osten: Die ARD-Horrorserie „Oderbruch“ steigert sich bis zum feurig-blutigen Finale
„Lieber Thomas“: Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin
Karoline Schuch hat es unbedingt verdient, eine wiedererkennbare Rolle zu bekommen, die ihre Prominenz beim Publikum erhöht. Bisher hat sie vor allem ihre Vielseitigkeit ausgespielt. Sie war Bushidos Freundin in „Zeiten ändern Dich“, wurde von Julia von Heinz im Kinofilm „Hannas Reise“ und im Fernseh-Biopic „Katharina Luther“ besetzt, spielte in Michael Herbigs Verfilmung einer legendären DDR-Flucht („Ballon“) mit, fiel in der sechsteiligen ZDF-Serie „Die zweite Welle“ über Folgen des Tsunamis von 2004 auf.
Krimi-Erfahrungen sammelte Karoline Schuch zuletzt als Kommissarin in der Serie „Oderbruch“. In der Mitteilung des Norddeutschen Rundfunks lobt Schuch ihre „Tatort“-Rolle als Psychologin. Die Besetzung habe sie „besonders gereizt, weil damit für mich die klassische Kommissarsarbeit entfällt und es einen spannenden Kontrast zur Figur Mila Sahin geben wird“. Ihre spezielle Qualifikation dafür erwähnt sie nicht.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]