Brandenburg

„Deutschland gibt sich auf“: Boris Palmer lästert über Potsdam

Tübingens Oberbürgermeister ist ein Mann der klaren Worte. Diesmal vergleicht er Potsdam mit der Schweiz und attestiert dem Ort „Trostlosigkeit“.

2 Min
Der Bahnhof in Potsdam-Charlottenhof gilt seit Jahren als vernachlässigt (Archivfoto).

Der Bahnhof in Potsdam-Charlottenhof gilt seit Jahren als vernachlässigt (Archivfoto).

© Rainer Schüler

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (parteilos) hat mit einem Facebook-Post über die brandenburgische Landeshauptstadt für Aufsehen gesorgt. Unter der Überschrift „Deutschland gibt sich auf“ schilderte Palmer am Montag den Kontrast zwischen einer Bahnfahrt in der Schweiz am Sonntag und seinem Besuch in Brandenburg einen Tag später.

„Allein der äußere Anschein lässt einen Erschaudern“, schrieb Palmer. Während in der Schweiz „alles hell, freundlich, sauber, sicher und gepflegt“ sei, im kleinsten Dorf ebenso wie in Zürich, empfange einen in Potsdam „die komplette Verwahrlosung und Trostlosigkeit“. Der Kontrast sei so scharf, dass man ihn kaum aushalte.

Palmer verband die Beobachtung mit einer politischen Deutung: „Hier ging erst der Sozialismus drüber, dann die Schuldenbremse und jetzt hat die Anarchie übernommen." Er könne sehr gut verstehen, wenn Menschen Deutschland „nicht mehr als ihr Land“ sähen.

Wie schmuddelig ist Potsdam?

Zu dem Post stellte Palmer zwei Aufnahmen des Bahnhofs Charlottenhof in Potsdam-West. Der denkmalgeschützte Haltepunkt an der Strecke Berlin–Magdeburg, seit 1887 in Betrieb, gilt seit Jahren als vernachlässigt; nahezu alle Wände sind mit Graffiti überzogen.

Manche Nutzer  widersprachen: Der Bahnhof und sein Umfeld seien zwar seit jeher schmuddelig, in Potsdam sei aber an vielen Stellen saniert und neu gebaut worden.

Boris Palmer (inzwischen parteilos), Oberbürgermeister von Tübingen, überstreicht Graffiti an einem Musikschulgebäude seiner Stadt (Archivfoto).

Boris Palmer (inzwischen parteilos), Oberbürgermeister von Tübingen, überstreicht Graffiti an einem Musikschulgebäude seiner Stadt (Archivfoto).

© Kathrin Löffler

Palmer ist seit 2007 Oberbürgermeister von Tübingen. Die Grünen, denen er lange angehörte, verließ er 2023. Es ließ sich nicht objektiv feststellen, wie verwahrlost Tübingen ist. Unklar ist auch, wie viele Touristen oder Berliner den Charlottenhof Bahnhof ansteuern.

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