Brandenburg

„Erfundene Ost-Identitäten“: Teuteberg soll neue Beauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur werden

FDP-Politikerin Linda Teuteberg als Nachfolgerin von Maria Nooke in Brandenburg vorgeschlagen. Für Aufsehen sorgte sie mit ihren Aussagen über „geschürte Konflikte zwischen Ost- und Westdeutschen“.

3 Min
Linda Teuteberg soll Brandenburgs neue Aufarbeitungsbeauftragte für SED-Diktatur werden.

Linda Teuteberg soll Brandenburgs neue Aufarbeitungsbeauftragte für SED-Diktatur werden.

© Bernd von Jutrczenka/dpa

Die frühere FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg soll neue Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur werden. Diesen Personalvorschlag machte die amtierende Aufarbeitungsbeauftragte Maria Nooke am Dienstag in Potsdam.

Teuteberg sorgte für Aufsehen mit ihren Äußerungen zu „erfundenen Ost-Identitäten“. So sagte sie, dass Konflikte zwischen Ost- und Westdeutschen künstlich geschürt werden. „Es gibt eine Ressentimentpolitik, ursprünglich von der PDS als vermeintlich einziger Anwältin der Ostdeutschen in den 1990er Jahren und heute auch von der AfD“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. „Die Ostidentität wurde nachträglich erfunden“, fügte sie hinzu. „Vor der Vereinigung haben sich nämlich Ostdeutsche meist als Deutsche im geteilten Deutschland verstanden und hielten am Zusammengehören fest.“

Wahl frühestens im Oktober

Über die Besetzung entscheidet der Brandenburger Landtag. Nach Angaben von Parlamentspräsidentin Ulrike Liedtke (SPD) ist eine Wahl frühestens im Oktober möglich. Die Koalitionsfraktionen von SPD und CDU hätten dem geplanten Verfahren bereits zugestimmt. Teuteberg soll sich zuvor offiziell den Fraktionen vorstellen.

Nooke, Jahrgang 1958, hat das Amt seit 2017 inne und geht zum 1. Oktober in den Ruhestand. Bis zur Neubesetzung der Stelle bleibt sie im Amt. Regulär wäre ihre Amtszeit bis 2029 gelaufen.

Ihre Wahl begründete Nooke mit der bisherigen Positionierung Teutebergs: Diese habe sich stets deutlich zum SED-Unrecht und zur Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit geäußert, sei in Politik und Gesellschaft gut vernetzt und genieße auch bei den Opferverbänden Anerkennung.

Langjährige Erfahrung in Landes- und Bundespolitik

Die 45-jährige Rechtsanwältin stammt aus Königs Wusterhausen im Landkreis Dahme-Spreewald. Von 2009 bis 2014 saß sie im Brandenburger Landtag, von 2017 bis 2025 gehörte sie dem Bundestag an, wo sie sich vor allem mit Innen- und Migrationspolitik befasste. In den Jahren 2019 und 2020 war sie Generalsekretärin der FDP, aktuell ist sie stellvertretende Bundesvorsitzende der Partei.

Darüber hinaus fungiert Teuteberg als Vizevorsitzende der Ludwig-Erhard-Stiftung sowie des Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“, der sich der Erinnerungsarbeit und der Stärkung demokratischer Strukturen widmet.

Das Amt der Aufarbeitungsbeauftragten wurde 2009 vom Brandenburger Landtag eingerichtet. Zuvor war der Berliner Stasi-Beauftragte auch für das Nachbarbundesland zuständig. Zu den Aufgaben zählen die Beratung von Menschen, die in der DDR Unrecht erlitten haben, sowie politische Bildungsarbeit.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner