In der Demokratischen Republik Kongo sind nach offiziellen Angaben mehr als 2000 Menschen an Ebola gestorben. Das kongolesische Gesundheitsinstitut zählte zum Stand vom 9. August 4381 bestätigte Fälle und 2011 Todesfälle in fünf Provinzen, wie aus dessen Lagebericht hervorgeht, wie das kongolesische Nachrichtenportal 7sur7 am Dienstag meldete.
Die Sterblichkeit unter den bestätigten Fällen liegt dem Bericht zufolge bei 45,9 Prozent. 704 Patienten befänden sich in Isolation oder in Krankenhäusern, 869 Menschen gälten als genesen. Die Kontaktnachverfolgung liege mit 86,7 Prozent über der geforderten Schwelle. An Grenz- und Kontrollpunkten seien mehr als 100.000 Reisende untersucht worden.
Ituri bleibt Epizentrum
Betroffen sind laut einem Reuters-Bericht 53 von 140 Gesundheitszonen in den Provinzen Ituri, Nord-Kivu, Süd-Kivu, Haut-Uélé und Tshopo. Die Übertragung sei vor allem in Ituri, Nord-Kivu und Haut-Uélé weiter aktiv, Ituri bleibe das Epizentrum. Dort wurde nach Regierungsangaben in Kasenyi ein neues Behandlungszentrum eröffnet, wodurch die Bettenkapazität in der Provinz auf 840 stieg. Mehrere vorhandene Einrichtungen seien überlastet.
Als größte Hindernisse für die Eindämmung der Epidemie nennen die Behörden die Leugnung der Krankheit und Widerstand in Teilen der Bevölkerung. In Isiro habe es gewaltsame Proteste gegen hygienisch sichere Bestattungen gegeben, in Nord-Kivu seien Helfer angegriffen worden, in Ituri hätten Beisetzungen verschoben werden müssen.
Die Arbeit der Helfer wird zudem durch die Sicherheitslage im Osten des Kongo erschwert, wo Dutzende bewaffnete Gruppen aktiv sind.
Schnellste bekannte Ausbreitung
Nach Darstellung von Reuters handelt es sich um den am schnellsten voranschreitenden Ebola-Ausbruch, der bisher dokumentiert wurde. Der Anstieg von 1000 auf 2000 Todesfälle habe weniger als einen Monat gedauert. Beim Ausbruch im Kongo zwischen 2018 und 2020 habe es gut ein Jahr gedauert, bis die Zahl der Todesfälle 2000 erreichte.
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Größer war laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) bislang nur die Epidemie in Westafrika von 2014 bis 2016 mit 28.616 Fällen und 11.310 Toten in Guinea, Liberia und Sierra Leone.
Kein zugelassener Impfstoff
Der laufende Ausbruch ist der 17. im Kongo und wird durch den Bundibugyo-Stamm des Ebolavirus verursacht. Er war Mitte Mai offiziell ausgerufen worden, nach Einschätzung von Fachleuten zirkulierte das Virus jedoch bereits Wochen zuvor.
Eine im vergangenen Monat im Fachjournal Science veröffentlichte Studie deutet Reuters zufolge darauf hin, dass die Übertragung bereits im Januar oder früher in der Provinz Ituri begonnen haben könnte.
Ebola wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten Infizierter übertragen und kann zu Fieber, Erbrechen und in schweren Fällen zu inneren und äußeren Blutungen führen. Zugelassene Impfstoffe oder Medikamente gegen den Bundibugyo-Stamm existieren nicht. Mehrere experimentelle Präparate werden derzeit geprüft. Die Universität Oxford startete laut dem kongolesischen Nachrichtenportal Actualite.cd eine erste Studie zur Verträglichkeit mit dem Impfstoff ChAdOx1.
Die WHO hat den Ausbruch, der auch Fälle im Nachbarland Uganda zur Folge hatte, zur gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite erklärt.
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