Wirtschaft

Konjunktur: Landkreis Schmalkalden-Meiningen bleibt in der Krise

Der Klimaindikator liegt bei 74,2 von 200 Punkten, im vergangenen Jahr gingen 1657 Arbeitsplätze verloren, jedes zweite Unternehmen erwartet schlechtere Geschäfte.

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Konjunkturkrise: Im Landkreis Schmalkalden-Meiningen bleibt die Wirtschaft unter Druck (Symbolbild).

Konjunkturkrise: Im Landkreis Schmalkalden-Meiningen bleibt die Wirtschaft unter Druck (Symbolbild).

© Westend61/imago

Die Wirtschaft im Landkreis Schmalkalden-Meiningen kommt nicht aus der Krise. Der Konjunkturklimaindikator erreicht in der Herbstumfrage 74,2 von 200 möglichen Punkten, wie die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen am Montag mitteilte. Unter 100 Punkten überwiegen die Krisensymptome. Die Kammer errechnet den Wert aus der aktuellen Geschäftslage und den Erwartungen der Unternehmen.

Innerhalb des Landkreises steht Schmalkalden mit 80,5 Punkten am besten da, gefolgt von Zella-Mehlis mit 80,2 und Meiningen mit 77,8 Punkten. Floh-Seligenthal kommt nur auf 34,6 Punkte.

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Landkreis sank 2023 und 2024 um jeweils drei Prozent. Im vergangenen Jahr gingen 1657 Arbeitsplätze verloren, die Zahl der Arbeitslosen stieg um 74.

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Jedes zweite Unternehmen erwartet schlechtere Geschäfte

Ihre Lage bewerten 21 Prozent der befragten Betriebe als gut, 47 Prozent als befriedigend und 32 Prozent als schlecht. Für die kommenden Monate rechnen elf Prozent mit besseren und 39 Prozent mit unveränderten Geschäften, jedes zweite Unternehmen mit einer Verschlechterung. Als Risiko nennen 67 Prozent die Energiepreise, 63 Prozent die Inlandsnachfrage und 55 Prozent die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen.

Investieren wollen 63 Prozent der Unternehmen, vor allem in Ersatz. 17 Prozent planen Ausgaben, um Kosten zu senken, 14 Prozent für neue Produkte und Verfahren. Bei der Beschäftigung rechnen 76 Prozent mit stabilen Mitarbeiterzahlen, 24 Prozent mit weniger Personal.

Hauptgeschäftsführer Ralf Pieterwas sieht vor allem die Probleme der Automobilindustrie als Bremse. Viele Zulieferer versuchten, ihre Abhängigkeit von einzelnen Abnehmern zu verringern. „Hohe Energiekosten und eine wachsende Abgabenlast schränken die unternehmerischen Spielräume ein“, sagt er. Befragt wurden die Unternehmen vom 7. September bis 4. Oktober; rund 8500 Betriebe aus dem Landkreis gehören zur Kammer.

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