Australien

Konto des Premierministers ausgespäht: Wirtschaftsprüfer EY feuert wohl Mitarbeiter in Australien

Zwei junge Männer sollen unbefugt auf die Bankdaten des australischen Premierministers Anthony Albanese zugegriffen haben. Der Finanzminister zeigt sich besorgt.

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Unbefugte griffen offenbar auf das Konto des australischen Premierministers Anthony Albanese zu.

Unbefugte griffen offenbar auf das Konto des australischen Premierministers Anthony Albanese zu.

© Lucas Coch/imago

Im Zusammenhang mit einem mutmaßlichen Datenzugriff auf das Bankkonto des australischen Premierministers Anthony Albanese hat sich die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY) von einem Mitarbeiter getrennt.

Zwei Männer aus Sydney im Alter von 21 und 25 Jahren mussten sich am Dienstag vor einem Gericht in Sydney verantworten, wie die australische Bundespolizei nach Angaben der Nachrichtenagentur Australian Associated Press (AAP) mitteilte.

Nach Informationen des australischen Senders ABC News war der jüngere der beiden als Berufseinsteiger im Auftrag von EY bei der Commonwealth Bank tätig. Dort soll er eigenmächtig auf die Kontodaten Albaneses zugegriffen haben. Die Bank habe die unregelmäßigen Aktivitäten selbst entdeckt und damit die Ermittlungen ausgelöst, berichtete ABC News.

Dem 21-jährigen Paul Issa wird laut AAP der unbefugte Zugriff auf geschützte Daten sowie deren Weitergabe vorgeworfen. Der 25-jährige Phillip Issa ist wegen Beihilfe zum unbefugten Datenzugriff angeklagt. Beide Männer wurden bereits am 6. Mai angeklagt und gegen Auflagen auf freien Fuß gesetzt. Der nächste Gerichtstermin wurde laut AAP auf den 25. August vertagt.

Finanzminister zeigt sich besorgt

Albanese unterhält nach seinem Register der Interessen ein Sparkonto bei der Commonwealth Bank sowie eine gemeinsam mit seiner Frau aufgenommene Hypothek für eine Immobilie an der Central Coast im Bundesstaat New South Wales, wie AAP berichtete.

Der australische Finanzminister Jim Chalmers nannte derartige Vorfälle gegenüber Journalisten „äußerst besorgniserregend“ – „nicht nur in Bezug auf die Daten des Premiers, sondern auf die Daten aller Australier“. Zu laufenden rechtlichen Verfahren wolle er sich nicht äußern.

Ein Sprecher der Commonwealth Bank erklärte laut AAP, es sei nicht angemessen, einzelne Vertragsangelegenheiten zu kommentieren. EY bestätigte AAP zufolge lediglich, dass der frühere Mitarbeiter nicht mehr für das Unternehmen tätig sei. Das Büro des Premierministers lehnte eine Stellungnahme ab.

Für EY ist es der jüngste Vorfall in einer Reihe von Affären bei den vier großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften Australiens. Bei KPMG war es nach Berichten von ABC News zuletzt zu Rücktritten an der Spitze gekommen, nachdem der Umgang mit einem Hinweisgeber in der Kritik stand. Der Konkurrent PwC war im Jahr 2022 in eine Affäre um die Weitergabe vertraulicher Steuerinformationen geraten.

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