Schulnetz

Kreistag Meißen fordert Erhalt des Beruflichen Gymnasiums in Riesa

Die Resolution ging diese Woche an Ministerpräsident und Kultusminister. Ein Arbeitsentwurf sieht perspektivisch das Aus der Schulart in Riesa vor.

Alexander Angierski
3 Min
Berufliches Gymnasium: Der Kreistag Meißen fordert den Erhalt der Schulart in Riesa (Symbolbild).

Berufliches Gymnasium: Der Kreistag Meißen fordert den Erhalt der Schulart in Riesa (Symbolbild).

© imagebroker/imago

Der Kreistag des Landkreises Meißen hat am 24. September eine Resolution zum Erhalt des Beruflichen Gymnasiums am Beruflichen Schulzentrum (BSZ) für Technik und Wirtschaft Riesa verabschiedet. Unterzeichnet haben sie die Fraktionen von CDU, AfD, Freie Wähler-FDP, BSW und SPD, die Gruppe Freie Sachsen sowie Landrat Ralf Hänsel. In dieser Woche ging das Papier an den Ministerpräsidenten, den Kultusminister und die Landtagsabgeordneten aus dem Landkreis.

Hintergrund ist die laufende Überarbeitung der Teilschulnetzplanung für die berufsbildenden Schulen in Sachsen durch das Kultusministerium. Aus einem im Sommer bekannt gewordenen Arbeitsentwurf geht nach Darstellung des Landratsamts hervor, dass die Schulart Berufliches Gymnasium am BSZ Riesa perspektivisch aufgehoben werden soll. Ein Beschluss dazu liegt nicht vor; es handelt sich bislang um einen Entwurf. Der Kreistag fordert das Ministerium auf, die Aufhebung nicht in den Anhörungsentwurf zu übernehmen.

Landrat Hänsel hatte sich unmittelbar nach Bekanntwerden der Pläne gegen die Schließung ausgesprochen und ein gemeinsames Vorgehen mit Schulleitung, Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern angekündigt. Das Landratsamt sieht keinen plausiblen Grund für die Schließung: Die Mindestschülerzahlen würden erreicht, im Bereich Technik wüchsen die Schülerzahlen sogar. Die Wege zu den Beruflichen Gymnasien in Meißen oder Oschatz seien für Schüler aus der Region Riesa zu lang. Zudem habe die Schließungsabsicht in Bevölkerung und Wirtschaft zu großer Verunsicherung geführt.

Kreistag hält Begründung des Ministeriums für willkürlich

Das Ministerium begründe die Aufhebung nach Darstellung des Kreistags mit einem Doppelangebot der Fachrichtungen im Landkreis Meißen. Eine eigene Stellungnahme des Kultusministeriums liegt nicht vor. Die Unterzeichner der Resolution halten die Planung für willkürlich, weil es auch in anderen Landkreisen Doppelangebote gebe. Die Mindestschülerzahl werde in Riesa durchgängig um mehr als das Zweifache überschritten. Aus ihrer Sicht verstoße die Teilschulnetzplanung gegen gesetzliche Regelungen.

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Am BSZ Riesa legen seit den 1990er-Jahren Schüler ihr Abitur ab, angeboten werden die Fachrichtungen Technikwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften. Beide gehörten sachsenweit zu den nachfragestärksten, heißt es in der Resolution. Der Kreistag fordert gleiche Bildungschancen im ländlichen Raum und eine Stärkung Riesas als Industrie- und Hochschulstandort. Das Landratsamt verweist zudem auf die Fachkräftesicherung: Absolventen blieben der Region durch Ausbildung, duales Studium oder Berufstätigkeit verbunden.

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