Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (CDU) spricht sich dafür aus, die Verbeamtung von Lehrkräften mittelfristig abzuschaffen. Wie ein Sprecher seines Ministeriums mitteilte, halte der Minister das bisherige Vorgehen für „aus der Zeit gefallen“. Einen sächsischen Alleingang schloss Clemens dabei aus – er strebe vielmehr ein gemeinsames Handeln aller Bundesländer an.
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Bei der Bildungsministerkonferenz am Donnerstag in Berlin soll das Thema nach einem entsprechenden Vorstoß aus Sachsen zumindest am Rande zur Sprache kommen. Zuvor hatte der Tagesspiegel über die Initiative berichtet. Clemens begründet seinen Vorstoß mit der angespannten Haushaltslage und den hohen Rückstellungen, die für die Altersvorsorge verbeamteter Lehrkräfte gebildet werden müssen. „Wir müssen uns generell die Frage stellen, in welchen Bereichen wir noch verbeamten. Zur Ehrlichkeit gehört, dass wir uns auf Dauer eine breite Verbeamtung bei dem Bedarf an Lehrkräften nicht mehr leisten können. Die Belastung der Haushalte ist einfach zu hoch“, erklärte der Minister.
Dabei hat Sachsen selbst eine wechselvolle Geschichte in dieser Frage: Der Freistaat hatte sich lange gegen die Verbeamtung von Lehrern gewehrt und erst 2019 damit begonnen. Ausschlaggebend war damals der Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Bundesländern – zahlreiche in Sachsen ausgebildete Nachwuchslehrkräfte waren in Länder abgewandert, die eine Verbeamtung anboten. Derzeit ist die Lehrerverbeamtung im Freistaat bis 2030 befristet. Von den rund 32.000 Lehrkräften an öffentlichen Schulen in Sachsen sind laut Kultusministerium etwa 40 Prozent verbeamtet. (mit dpa)
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