Unter dem Motto „… findet stadt!“ verteilen sich für gut zwei Wochen Schriftstellerinnen und Schriftsteller über die ganze Doppelstadt – vom Bootshaus an der Elbe bis zu einer künstlichen Grotte im Dessau-Wörlitzer Gartenreich. Eröffnet wird das Festival am Donnerstag von Klopstock-Preisträgerin Heike Geißler, die im Bauhaus-Museum liest. Den Anlass für das Programm liefert das hundertjährige Jubiläum des Bauhauses in Dessau. Auch Bezüge zur Bundesgartenschau 2035 und zu Fragen urbaner Zukunft sollen aufgegriffen werden.
Bis auf eine Ausnahme sind sämtliche Lesungen kostenfrei und ohne Tickets zugänglich. Möglich mache das die Förderung durch das Land, das die Veranstaltung mit 40.000 Euro unterstützt. Ausgerichtet werden die Literaturtage vom Amt für Kultur in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek. Das jährlich in wechselnden Kommunen gastierende Lesefest hatte in diesem Jahr mehr als 80 Bewerbungen verzeichnet.
Literatur im Wanderformat
Das klassische Format mit Wasserglas und Stuhlreihen tritt dabei in den Hintergrund. Stattdessen setzen die Veranstalter auf Bewegung und Begegnung: Im Georgengarten lesen unter dem Titel „Sunday in the Park“ Peter Wawerzinek, Wilhelm Bartsch, Christine Koschmieder und Annett Gröschner – wer mag, läuft mit den Autoren mit, wer mag, bleibt sitzen und lässt die Geschichten zu sich kommen.
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Bei den „Langen Nächten“ wiederum versammeln sich mehrere Autoren um ein gemeinsames Thema. Die Lange Nacht der Krimis spannt den Bogen von humoristischen Kurzgeschichten bis zu True-Crime-Stoffen mit religiösem Einschlag, die Lange Nacht des Glaubens streift auch den Fußball als „sechste Weltreligion“, wie Organisator Andreas Hillger ankündigt.
Zentraler Schauplatz wird der Marktplatz mit der Stadtbibliothek. Dort entstehen zusätzlich Bücherregale, die mit gespendeten Büchern bestückt werden. „Man kann hier lesen, Bücher mitnehmen oder neue hinzustellen“, erklärt Bibliotheksleiter Tom Weiß gegenüber dem MDR. Auch Kindergärten und Schulen sind eingebunden – wobei sich die Vermittlungsarbeit verändert habe, so Weiß: Viele Kinder hätten kaum noch Bezug zu literarischen Themen. „Aber die Begeisterung ist schon da, wenn die Kinder erstmal hier sind.“
Das vollständige Programm mit Autoren, Spielorten und Kalender ist auf der Website der Stadt Dessau-Roßlau.
35. Landesliteraturtage Sachsen-Anhalt, 7. bis 23. Mai 2026, Dessau-Roßlau
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