Der „heute show“-Reporter Fabian Köster soll von einem Streamer bedrängt worden sein. Geschehen sein soll dies während der konstituierenden Sitzung im Magdeburger Landtag vergangene Woche.
Diese Aufnahmen aus dem Parlament beschäftigen nun die Landtagsverwaltung in Sachsen-Anhalt. Diese prüft den Vorfall und will Journalisten künftig besser schützen. Wer sich nicht an die Regeln halte, müsse mit Konsequenzen bis hin zum Hausverbot rechnen.
Ein Streamer folgt Fabian Köster durch den Landtag
Die Szene spielt sich nach der konstituierenden Sitzung des neuen Landtags ab. Köster hatte dort AfD-Politiker satirisch befragt, unter anderem Spitzenkandidat Ulrich Siegmund. Als der Reporter gehen will, folgt ihm ein Streamer des YouTube-Kanals „Deutschland-Kurier“. Der Kanal soll Köster während der Dreharbeiten verfolgt und bedrängt haben – und veröffentlichte selbst ein Video, das die Szenen zeigt.
Darin fragt der Mann: „Warum zittern Sie denn immer so? Sind Sie aufgeregt, wenn Sie mit dem Herrn Siegmund reden?“ Später will er wissen, wie viel Geld Köster „von Zwangsgebühren“ bekomme.
Köster antwortet knapp, er gebe während der Arbeit keine Interviews. Der Streamer bleibt dran und fragt weiter – unter anderem, ob sich der Reporter freue, dass „jetzt ein AfDler Landtagspräsident ist“.
Siegmund hatte Köster bei der konstituierenden Sitzung des Landtags nahe gelegt, sich einen neuen Job zu suchen, da die AfD den Medienstaatsvertrag kündigen und den Rundfunkbeitrag abschaffen werde. AfD-Bundestagsfraktionsvize Markus Frohnmaier wies die Kritik an Siegmunds Aussage zuletzt zurück.
Was die Landtagsverwaltung jetzt plant
Die Parlamentsverwaltung analysiert nach eigenen Angaben derzeit die Abläufe. Das teilte eine Sprecherin des Landtags mit. Man werde künftig stärker darauf achten, dass sowohl die Pressefreiheit als auch ein ungestörter Aufenthalt von Abgeordneten, Journalisten und Gästen gewährleistet seien, hieß es.
Wer dagegen verstößt, muss mit Folgen rechnen: Möglich seien zunächst Ermahnungen, dann Verweise und im äußersten Fall Hausverbote. Siegmund selbst hatte zuvor die Bedeutung von Streamern für den Wahlerfolg der AfD betont und sich bei ihnen bedankt.
Vorgeschichte: Köster und Siegmund am Wahlkampfstand
Köster und Siegmund waren sich schon im Wahlkampf begegnet. An einem AfD-Stand im anhaltischen Oranienbaum lieferten sich beide einen rund dreiminütigen Schlagabtausch, der auch in den sozialen Medien kursierte.
Es ging um den Rundfunkbeitrag, angebliche NS-Bezüge und den Fachkräftemangel. Siegmund eröffnete mit der Frage: „Was machst du, wenn die GEZ weg ist? Normal arbeiten gehen, könnt ihr das?“. Zum Abschied klopfte Siegmund dem Reporter nach Darstellung des Portals auf die Schulter: „Wir holen uns unser Land zurück, liebe Freunde, jetzt muss ich weiter.“
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