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Zwei Kirchen in Sachsen-Anhalt werden versteigert: So viel müssen Bieter mindestens zahlen

Wo einst Gottesdienste stattfanden, fällt bald der Hammer: Am 28. August werden in Leipzig zwei ehemalige katholische Kirchen aus Sachsen-Anhalt versteigert.

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Die ehemalige katholische Kirche St. Joseph in Löbejün soll versteigert werden.

Die ehemalige katholische Kirche St. Joseph in Löbejün soll versteigert werden.

© Wikipedia - CC0

Eine ganze Kirche für den Preis einer Eigentumswohnung: Am 28. August kommen in Leipzig zwei ehemalige katholische Kirchen aus Sachsen-Anhalt unter den Hammer – das Mindestgebot liegt jeweils bei 150.000 Euro. Das teilte die Sächsische Grundstücksauktionen AG am Donnerstag in Dresden mit.

Betroffen sind Objekte in Wettin-Löbejün und in Oranienbaum-Wörlitz. Beide Gebäude stehen leer, beide wurden zuvor kirchenrechtlich aufgegeben. Errichtet wurden sie 1957 beziehungsweise um etwa 1960. Wer hier zuschlägt, kauft mehr als nur Mauern – zu beiden Standorten gehören weitere Gebäude.

Was in Löbejün versteigert wird

In Wettin-Löbejün steht die ehemalige Kirche St. Josef zum Verkauf. Sie wurde am 7. Juli 1957 geweiht, wie die zuständige Katholische Pfarrei Carl Lampert angibt. In das Kirchengebäude ist eine Wohnung integriert, 1968 kam ein Gemeinderaum hinzu.

Zum Ensemble gehört mehr als die Kirche selbst. Laut Auktionshaus zählen dazu eine vermietete Wohnung, ein Turm und ein separater, ebenfalls leer stehender Gemeinderaum.

Warum die Pfarrei den Standort aufgab, benennt sie offen: sinkende Zahlen bei den Gottesdienstbesuchern, fehlende Ansprechpartner vor Ort und anstehende, kostenintensive Dachreparaturen am Gemeinderaum. Der letzte Gottesdienst mit anschließender Profanierung fand nach Angaben der Pfarrei am 1. Mai 2026 statt.

Die Christkönig-Kirche in Oranienbaum

In Oranienbaum-Wörlitz betrifft der Verkauf die ehemalige katholische Christkönig-Kirche in der Feldgasse. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

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Das Bistum Magdeburg profanierte die Kirche per Dekret vom 26. Mai 2026, wirksam ab der Verlesung am 5. Juli 2026. Das geht aus dem Amtsblatt hervor. Auch hier bleibt es nicht bei der Kirche allein. Zum leer stehenden Ensemble zählt ein Wohnhaus.

Warum das Bistum Kirchen verkauft

Hinter beiden Verkäufen steht ein Konzept. Die Angebote sind Teil des Immobilienkonzepts des Bistums Magdeburg aus dem Jahr 2024.

Dieses Konzept setzt klare Fristen: Für als sanierungsbedürftig eingestufte Gebäude müssen bis spätestens 31. Dezember 2030 konkrete Verkaufsbemühungen nachgewiesen werden – ausdrücklich auch über Auktionen. Der Grund liegt in der besonderen Lage der Region. Das Bistum verweist auf eine ausgeprägte Diaspora-Situation mit einem Katholikenanteil von rund drei Prozent im eigenen Gebiet.

Die beiden Kirchen sind nur ein kleiner Ausschnitt. Insgesamt kommen bei Auktionen am 26. und 28. August in Dresden und Leipzig 117 Immobilien zum Aufruf. Das Gesamtlimit beziffert die Sächsische Grundstücksauktionen AG auf rund 4,9 Millionen Euro. Die meisten Objekte liegen in Sachsen, einige auch in Thüringen, Bayern, Brandenburg und Niedersachsen.

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