Ermittler des Zollfahndungsamts Hannover haben im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt eine illegale Zigarettenfabrik ausgehoben. Wie die Behörde mitteilte, wurde die Produktionsstätte in Haldensleben in der vergangenen Woche im Auftrag der Staatsanwaltschaft Magdeburg durchsucht. Zeitgleich fanden weitere Einsätze an anderen Orten im Kreis statt.
Bei der Aktion stellten die Beamten die Fabrik, rund acht Millionen unversteuerte Zigaretten sowie 40 Tonnen Tabak sicher. Hinzu kamen mehr als 300 Paletten mit Vormaterialien wie Filtern, Papierhülsen, bedruckten Kartonzuschnitten für Zigarettenschachteln und Folien. Den entstandenen Steuerschaden beziffert das Zollfahndungsamt auf 5,3 Millionen Euro.
Schallschutz und Videoüberwachung
Nach Angaben der Ermittler waren die Betreiber mit erheblichem Aufwand vorgegangen, um die Produktion zu verschleiern. In der Fabrik seien unter anderem eine professionelle Geräuschdämmung sowie eine Videoüberwachungsanlage installiert worden.
Auf dem Gelände entdeckten die Zöllner zudem eine Unterkunft für 22 Personen. Diese sollen dort laut Zoll „über einen längeren Zeitraum unter fragwürdigen Bedingungen untergebracht“ gewesen sein und die Fabrik offenbar nicht verlassen dürfen, um keine Aufmerksamkeit zu erregen.
Der Fall in Haldensleben ist nicht der einzige seiner Art in Sachsen-Anhalt. Bereits im Februar waren die Behörden in Kalbe/Milde in der Altmark auf eine illegale Zigarettenfabrik gestoßen. Dort hatten die Ermittler rund 30 Millionen Zigaretten sichergestellt.
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