US-Präsident Donald Trump hat die Sorge vor russischen Angriffen auf Nato-Staaten zurückgewiesen. „Ich spreche mit ihm. Ich kenne ihn sehr gut. Putin hat nicht vor, Nato-Gebiet anzugreifen“, sagte Trump am Freitag bei einer im Weißen Haus übertragenen Veranstaltung, nachdem er auf den vereitelten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle angesprochen worden war.
Trump ging weder auf die deutschen Ermittlungsergebnisse ein noch verurteilte er den Vorfall. Eine mit Sprengstoff bestückte Drohne war in der Nähe eines ukrainischen Frachtflugzeugs am Leipziger Flughafen entdeckt worden. Der Sprengsatz detonierte nicht. Nach Darstellung der Bundesregierung hätte der Angriff eine Katastrophe auslösen können.
Die Bundesregierung machte anschließend Russland für den Anschlagsversuch vom 4. August verantwortlich. Tatmuster, polizeiliche Ermittlungen und Erkenntnisse der Nachrichtendienste belegten die russische Urheberschaft, heißt es in einer Mitteilung der Bundesregierung. Konkrete Beweise sowie Namen mutmaßlicher Täter oder Reisewege legte sie jedoch nicht vor – mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen.
US-Nato-Botschafter warnt vor hybriden Angriffen
Der amerikanische Nato-Botschafter Matthew Whitaker verurteilte den Anschlagsversuch einen Tag nach Trumps Äußerung derweil deutlich. Die Aktion in Leipzig sei besorgniserregender als Vorfälle, bei denen russische Drohnen auf ihrem Weg zu Zielen in der Ukraine versehentlich in den Luftraum von Nato-Staaten gelangt seien, sagte er am Samstag laut Reuters.
„Wenn wir feststellen können, wer dahintersteckt – und Deutschland hat das getan –, müssen wir deutlich zum Ausdruck bringen, dass dies inakzeptabel ist und wir es nicht dulden werden“, erklärte Whitaker. Die USA stünden den betroffenen Staaten bei der Bewältigung solcher Angriffe zur Seite. Die unmittelbare Reaktion liege jedoch vor allem in der Verantwortung des jeweiligen Landes.
Whitaker forderte die Nato-Mitglieder auf, wachsam und auf weitere Angriffe gegen kritische Infrastruktur vorbereitet zu sein. Neben Verkehrswegen könnten insbesondere Energieanlagen ins Visier geraten.
Berlin reagiert mit diplomatischen Maßnahmen
Deutschland will als Reaktion auf den Vorfall in Leipzig das russische Generalkonsulat in Bonn schließen und den Vertrag für das Russische Haus in Berlin kündigen. Zudem sollen russische Staatsangehörige bei der Einreise schärfer kontrolliert und der Druck auf die russische Schattenflotte erhöht werden. Auch die militärische Unterstützung der Ukraine soll verstärkt werden.
Moskau weist die Vorwürfe zurück und wirft Berlin eine politisch motivierte Eskalation vor. Im Gegenzug für die Schritte aus Berlin kündigte Außenminister Sergej Lawrow an, die Goethe-Institute im Land zu schließen.
Die Bundesregierung bezeichnet Deutschland dagegen als tägliches Ziel hybrider Kriegsführung. Neben Sabotage und Spionage zählten dazu Desinformation, Angriffe auf Kommunikationsnetze und Anschlagspläne gegen kritische Infrastruktur.
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