Die Moderatorin Sandra Maischberger hat den AfD-Politiker Stephan Brandner am Mittwochabend mehrfach konfrontiert. Anlass der Runde war der Wahlsieg seiner Partei in Sachsen-Anhalt, wo die AfD nach dem Ergebnis 43,8 Prozent holte.
Bei ‚Maischberger‘ ging es zudem um das Thema Remigration und dem versuchten Drohnenangriff auf den Leipziger Flughafen.
Drei Tage nach dem AfD-Wahlsieg: Wer in der Runde saß
Drei Tage nach der Landtagswahl diskutierte Brandner in der ARD-Talkshow mit Sebastian Fiedler, dem innenpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion.
Es ging um die Folgen des Ergebnisses und die Frage, warum frühere SPD- und Arbeiterwähler zur AfD wechseln. Im zweiten Teil kam Carsten Breuer dazu, der Generalinspekteur der Bundeswehr.
Warum wählen Arbeiter AfD? Zwei Erklärungen
Fiedler sagte, Inhalte hätten bei der Stimmabgabe „nur bedingt eine Rolle gespielt“. Die AfD setze „stark auf Emotionalisierung und soziale Netzwerke wie Telegram“.
Brandner machte die „katastrophale Wirtschaftspolitik“ verantwortlich und eine „links-woke-verrückte“ SPD, die von Grünen und Linken kaum zu unterscheiden sei. Fiedler kommentierte trocken: „Die erwartbaren Klassiker.“
Note sechs für Merz: Streit um die Generaldebatte
Den Ton hatte schon der Vormittag gesetzt. In der Generaldebatte des Bundestags hatte Kanzler Friedrich Merz die AfD frontal angegriffen: „Remigration“ sei „nichts anderes als eine ethnische Säuberung nach Herkunft und Hautfarbe“.
Maischberger eröffnete das Doppelinterview mit einer Notenfrage von eins bis sechs. Fiedler sagte, die Skala reiche nicht – „nach unten“. randner nannte den Auftritt des Kanzlers „absolut unterirdisch“, Merz sei aufgetreten „wie so ein von der Leine gelassener Linksextremist“. Für ihn eine „ganz klare Sechs“.
Auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner wurde kritisiert: „Sie wollte uns aus dem Saal schmeißen“, sagte Brandner. Tatsächlich hatte Klöckner nach wiederholten Zwischenrufen aus der AfD-Fraktion mit einem Saalverweis gedroht. Die Geschäftsordnung des Bundestags erlaubt einen solchen Ausschluss bei einer gröblichen Verletzung der Ordnung.
Was sind „kulturfremde Fachkräfte“? Maischberger hakt nach
Konkret wurde es beim AfD-Programm. Maischberger fragte, was „kulturfremde Menschen“ seien, die nicht angeworben werden sollten. Brandner korrigierte: Im Programm stehe „kulturfremde Fachkräfte“.
Die eigentliche Frage beantwortete er zunächst nicht. „Fragen Sie diejenigen, die es geschrieben haben“, sagte er. „Also Sie wissen es auch nicht?“, entgegnete Maischberger.
Dann rang er sich eine Erklärung ab: Gemeint seien Zuwanderer aus Gebieten außerhalb des „zentralen Europas“, Gesellschaften, „die nichts mit uns zu tun haben“. Auf die Nachfrage „China?“ antwortete er mit „Beispielsweise“, dazu nannte er den Nahen Osten. Als Maischberger weitere Länder abfragte, wurde Brandner ungehalten: „Wollen Sie jetzt alle Länder abfragen, die Sie kennen?“
AfD-Politier zu Drohnenangriff in Leipzig
Am deutlichsten wurde das Muster beim Thema Russland. Brandner zweifelte die Zuschreibung zum versuchten Drohnenangriff auf den Leipziger Flughafen an: „Nach vier Wochen war der Russe schuld.“ Die Bundesregierung hatte Russland offiziell verantwortlich gemacht.
Nach AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt: Heftige Debatte bei Hart aber fair
Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt: Söder über die Brandmauer, Kritik an Merz bei Maischberger
Maischberger fragte hypothetisch, welche Konsequenzen Deutschland ziehen müsste, wenn Russlands Verantwortung zweifelsfrei erwiesen wäre. Brandner: „Ich kann Ihnen dazu nichts sagen, weil wir nicht in den Gremien sind.“
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