Nach dem Fund einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig hat die Bundesregierung eine deutliche Reaktion angekündigt. Außenminister Johann Wadephul (CDU) änderte dafür kurzfristig seine Pläne. Aus seinen Delegationskreisen in Algier hieß es laut dpa, er werde die Weiterreise zum EU-Außenministertreffen in Irland unterbrechen – für ein dringendes Treffen mit Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) in Berlin.
Wadephul hatte am Dienstagmorgen eine besonnene Antwort angekündigt: „Von unserer Seite gibt es keine Überreaktionen, aber Reaktionen, wenn wir angegriffen werden.“
Laut Medienberichten will die Regierung erstmals direkt den russischen Geheimdienst für die Drohnen in Leipzig verantwortlich machen. Zudem soll es am Dienstag eine Pressekonferenz geben.
Was am Flughafen Leipzig/Halle geschah
Die mit Sprengstoff präparierte Drohne wurde in der Nacht vom 4. auf den 5. August im Sicherheitsbereich des Flughafens Leipzig/Halle entdeckt. Sie lag dort zwischen ukrainischen Antonow-Frachtflugzeugen.
Nach Einschätzung der Ermittler prallte der Quadrokopter gegen eines der Transportflugzeuge. Ein Teil der Drohne fand sich später auf der Tragfläche einer Antonow – genau dort, wo die Treibstofftanks sitzen. Gefunden wurde das Gerät am Boden liegend. Der Zünder des Sprengsatzes hatte offenbar versagt.
Eine zweite Drohne soll mit einem durchstartenden DHL-Frachter zusammengestoßen sein, der nach Hannover umgeleitet wurde. Am 14. August wurde nach Berichten von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR im nahen Kabelsketal eine dritte Drohne gefunden. Einen Tag später stellten Ermittler dort eine Substanz sicher, bei der es sich nach ersten Einschätzungen um rund 50 Gramm des militärischen Sprengstoffs Hexogen handeln könnte.
Warum die Bundesregierung offenbar Russland verantwortlich macht
Mehreren Medienberichten zufolge will die Bundesregierung einen russischen Geheimdienst als Urheber des versuchten Anschlags verantwortlich machen.
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Demnach hätten sich die Erkenntnisse über eine oder mehrere mutmaßlich beteiligte Personen im Lauf der Ermittlungen so weit verdichtet, dass die Regierung den Fall öffentlich einem russischen Dienst zuordnen wolle. Es wäre das erste Mal, dass sie Russland direkt für die Attacke verantwortlich macht. Zu einer möglichen Urheberschaft Russlands äußerte sich Wadephul am Dienstagmorgen in Algier jedoch zunächst nicht.
Der Flughafen Leipzig/Halle ist ein Logistikdrehkreuz, über das etwa der Paketdienst DHL abwickelt. Er wird auch regelmäßig für militärische Transporte der Bundeswehr und der Nato genutzt.
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