Die zweite Etappe führte über 168,5 Kilometer von Tarragona nach Barcelona – bei brütender Hitze. „Es wurde am Anfang ziemlich viel für eine Gruppe gesprungen, dann sind drei Fahrer draußen gewesen“, berichtet Max Kanter der OAZ. Vorn dabei: der frisch gebackene deutsche Meister Felix Engelhardt (Jayco AlUla). In der Hitze hielt sich der 25-jährige bis rund 30 Kilometer vor dem Ziel, ehe das Feld den Ulmer einholte.
„Im Finale ging es dann für die Bergfahrer zur Sache“, so Kanter. Dreimal ging es hinauf zum Montjuïc – Kletterterrain, nichts für Sprinter wie ihn. Kanters Job war ein anderer: „Wir haben vorm Berg versucht, die beiden so gut wie möglich zu positionieren. Das hat eigentlich auch ganz gut geklappt.“ Gemeint sind seine Kapitäne Harold Tejada und Sergio Higuita. Danach ließ er sich zurückfallen: „Vom Finale habe ich an sich nicht mehr viel mitbekommen.“
Kanter kam im Gruppetto ins Ziel – Platz 142, 13:46 Minuten zurück. Vorn siegte Isaac Del Toro: Der junge Mexikaner setzte sich vor UAE-Kapitän Tadej Pogačar durch, der ihm den Vortritt ließ – Evenepoel und Vingegaard kamen zeitgleich ins Ziel. Für Del Toro der erste Etappensieg bei seiner ersten Tour.
Den kühlen Kopf bewahren
Kanters Teamkollegen für das Gesamtklassement, Tejada und Higuita, beide tags zuvor gestürzt, büßten diesmal wenig Zeit ein: Higuita wurde als Besserer der beiden 20. (+0:43), Tejada 25. (+0:51). „Das war alles im Rahmen heute“, ordnet Kanter ein. „Schauen wir mal, wie die nächsten Tage laufen.“
Tadej Pogačar: Der Slowene jubelt, als habe er selbst gewonnen, dabei lies der Top-Favorit seinen Teamkollegen Isaac Del Toro den Vortritt.
© Jasper Jacobs/imago
Im Gesamtklassement führt nach zwei Etappen Jonas Vingegaard im Gelben Trikot (Visma, 4:01:48 Stunden) – vor Pogačar (+0:06), Evenepoel (+0:15), Del Toro (+0:16) und Juan Ayuso (+0:19). Bester Deutscher ist Florian Lipowitz (Red Bull–BORA–hansgrohe) als Achter (+0:45). Am steilen Montjuïc fehlte ihm die Explosivität – zehn Sekunden verlor er. Seine Stärke ist das Hochgebirge; im Vorjahr stand er bei der Tour schon auf dem Podium.
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Für Kanter kommt seine Zeit noch auf den flachen Etappen. Bis dahin heißt es: runterkühlen, die Hitze bleibt und legt wohl noch zu.
Die OAZ begleitet Max Kanter bei der Tour de France über alle 21 Etappen.
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