Deutschland startet in zwei Stockwerken in den November: Oberhalb von 1000 Metern fällt ab der Nacht zum Sonntag Schnee, darunter hängt zäher Nebel. Der Deutsche Wetterdienst erwartet in den Alpen und im Bayerischen Wald bis zu 15 Zentimeter Neuschnee. Wer am Sonntag in die Berge fährt, sollte die Winterreifen schon aufgezogen haben.
Schnee ab 1000 Metern: Hier wird es heute Nacht weiß
Am Samstagabend geht der Regen im Bayerwald und in den östlichen Alpen in Schnee über. Ein Höhentief über dem Südosten schaufelt feuchte, kühle Luft aus Nordosten heran, die Schneefallgrenze sinkt auf etwa 1000 Meter.
In den Alpen fallen meist 1 bis 5 Zentimeter, in Staulagen 10 bis 15. Der Schneefall hält bis Sonntagvormittag an, in den Alpen teils bis zum Abend. Bergwanderer müssen oberhalb der Grenze mit verschneiten, rutschigen Wegen rechnen.
Im Rest des Landes bleibt es grau. Von der Nordseeküste bis Sachsen fällt örtlich Sprühregen, in Niederungen und Flusstälern sinkt die Sicht morgens unter 150 Meter. Auf den Kuppen des Hochschwarzwalds bläst der Ostwind noch mit Sturmböen um 80 km/h.
Die amtlichen Warnungen für Ihren Landkreis zeigt die Warnwetter-App des DWD. Auf verschneiten Straßen gilt die situative Winterreifenpflicht nach § 2 Abs. 3a StVO: Wer bei Schneeglätte mit Sommerreifen fährt, zahlt 60 Euro und bekommt einen Punkt, der Halter haftet mit 75 Euro zusätzlich. Wer über Salzburg weiterfährt: In Österreich gilt ab dem 1. November bis zum 15. April bei winterlichen Fahrbahnen eine Winterreifenpflicht.
Minus 8 Grad auf 3000 Metern: Der Sonntag friert oben ein
Der 1. November wird zweigeteilt. In den tieferen Lagen Bayerns regnet es, oben schneit es. Im Süden erreichen die Höchstwerte nur 4 bis 9 Grad, im Norden bis 11 Grad. Auf 2000 Metern liegt die Temperatur bei minus 4, auf 3000 Metern bei minus 8 Grad.
Laut der Deutschen Presse-Agentur ist Schnee am Sonntag auch in den Hochlagen der östlichen Mittelgebirge wahrscheinlich. Abseits des Südostens bleibt es meist trocken, in Berlin und im Nordosten überwiegen die Wolken. Zum Abend zieht in den äußersten Nordwesten neue Bewölkung mit etwas Regen.
In der Nacht zum Montag klingen Regen und Schnee ab. Wo es im Süden und in der Mitte aufklart, gibt es leichten Frost, nasser Asphalt kann überfrieren. Der Montag bringt 4 bis 12 Grad.
Bis zu 20 Zentimeter möglich: Hier fällt der meiste Schnee
Am dicksten wird die Decke in den Berchtesgadener Alpen. Die Agentur nennt dort bis zu 20 Zentimeter, wetter.net rechnet mit 5 bis 10, in Staulagen bis 15 Zentimeter.
Der Grund liegt im Wind. Die Luft aus Nordosten trifft auf den Alpenrand, wird nach oben gedrückt und schneit sich dort aus. Im Bayerischen Wald reichen dagegen nur die höchsten Kuppen über die Schneefallgrenze, mehr als 3 Zentimeter werden es dort kaum.
Früher Wintereinbruch? Was die Statistik dazu sagt
Über 1000 Metern ist Schnee laut DWD im Mittel ab Mitte Oktober möglich, auf Feldberg, Brocken und Fichtelberg fallen die ersten Flocken meist ebenfalls im Oktober. Früh ist dieser Schnee also nicht, sondern pünktlich.
Weiter unten dauert es länger. Für Lagen bis 800 Meter in Baden-Württemberg gilt der 29. November als mittleres Datum der ersten Schneedecke, wie die Berliner Zeitung bereits berichtete.
Auf der Zugspitze zählt jeder Zentimeter. Das Skigebiet arbeitet mit Naturschnee und plant den Saisonstart für den 27. November.
Schnee bis ins Flachland? Was um den 10. November droht
Spannender ist die zweite Novemberwoche. Das amerikanische Modell GFS und das europäische ECMWF zeigen laut einer Kolumne von Meteorologe Dominik Jung um den 10. November eine Umstellung der Großwetterlage. Dann strömt deutlich kältere Luft aus Norden und Nordosten ein.
Ein GFS-Lauf rechnet in klaren Nächten im Süden mit unter minus 10 Grad. Für den 14. November zeigt er im Allgäu und am Alpenrand örtlich mehr als 20 Zentimeter Schnee, im Bayerwald und im Erzgebirge etwa 10. Auch Schwarzwald und Schwäbische Alb wären mit 10 bis 15 Zentimetern dabei.
Der Trend taucht in mehreren Modellen auf, sicher ist er nicht. Das GFS überschätzt Schnee in solchen Lagen gern, und der Boden ist Mitte November noch warm. Für die Mitte und den Norden, vom Rhein-Main-Gebiet bis zur Küste, zeigt die Karte zum 14. November: null Zentimeter.
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