Ermittlungen

Horror-Unfall auf dem Mittellandkanal: Matrose verliert fast sein Bein

Ein Matrose gerät beim Verladen zwischen Poller und Festmacherseil. Sein Unterschenkel wird beinahe vollständig abgetrennt. Der aktuelle Stand der Ermittlungen.

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Auf dem Mittellandkanal bei Bülstringen kam es zu einem schweren Arbeitsunfall an Bord eines Güterschiffs. Die Ermittlungen laufen.

Auf dem Mittellandkanal bei Bülstringen kam es zu einem schweren Arbeitsunfall an Bord eines Güterschiffs. Die Ermittlungen laufen.

© via www.imago-images.de

Diese Woche ereignete sich auf dem Mittellandkanal bei Bülstringen ein folgenschwerer Unfall. Ein 57-jähriges Besatzungsmitglied eines tschechischen Gütermotorschiffes war während des Ladevorgangs auf dem Gelände der Firma Agravis Ost mit Arbeiten beschäftigt, als sein Fuß aus bislang ungeklärter Ursache zwischen einen Poller und ein Festmacherseil geriet. Nach Angaben der Wasserschutzpolizei wurde das Bein unterhalb des Knies zwischen Poller und Festmacherseil eingeklemmt. Der Unterschenkel wurde dabei nahezu vollständig abgetrennt. Anschließend stürzte der Mann ins Wasser.

Die Ermittlungen zur Ursache und dem Unfallhergang dauern an. Die Wasserschutzpolizei Magdeburg untersucht den Vorfall, parallel prüft das Gewerbeaufsichtsamt den Unfall arbeitsschutzrechtlich.

Zum aktuellen Gesundheitszustand des Mannes macht das Universitätsklinikum Magdeburg auf Anfrage keine Angaben. Der Pressesprecher der Wasserschutzpolizei beschreibt ihn gegenüber der OAZ als „den Umständen entsprechend“. Ob Fuß und Unterschenkel erhalten werden können oder eine Amputation notwendig werde, könne die Polizei nicht beurteilen. Fest stehe jedoch: „Er kann froh sein, dass er noch am Leben ist.“

Besatzungsmitglieder sicherten den Matrosen, leisteten umgehend Erste Hilfe und alarmierten die Rettungskräfte. Die Freiwillige Feuerwehr Bülstringen barg den schwer verletzten Mann dann aus dem Wasser. Er wurde in das Universitätsklinikum Magdeburg gebracht und dort notoperiert.

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Zum laufenden Ermittlungsverfahren wollte sich die Wasserschutzpolizei nicht äußern. Solch schwere Arbeitsunfälle seien in der Binnenschifffahrt glücklicherweise selten. Verladeunfälle kämen zwar immer wieder vor, schwerwiegende Verletzungen gebe es jedoch nur „alle paar Jahre“, so der Pressesprecher. Er erinnert sich an einen Unfall im Magdeburger Hafen im Jahr 2010: Damals stürzte eine 45 Tonnen schwere Windkraftkomponente von einem Kran auf ein Güterschiff. Ein 22-jähriger Arbeiter kam dabei ums Leben.

Parallel zu den Ermittlungen der Wasserschutzpolizei prüft das Gewerbeaufsichtsamt den Vorfall unter arbeitsschutzrechtlichen Gesichtspunkten. Ob Sicherheitsvorschriften verletzt wurden und wie es zu dem folgenschweren Unfall kommen konnte, ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen.

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