Der Waldbrand im Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern wird am östlichen Rand des Brandgebiets weiter aktiv bekämpft. Das teilte der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte am Samstagabend in Neubrandenburg mit. Es gebe noch „vereinzelt Flammen“. Rund 370 Einsatzkräfte seien im Einsatz, die betroffene Fläche umfasse etwa 388 Hektar.
Nach Angaben des Landkreises ist das Brandgebiet inzwischen vollständig mit sogenannten Kreisregnern eingekesselt. Das Feuer konnte mittlerweile eingegrenzt werden.
Die Beregnungsanlagen halten den Waldboden und die Bäume rund um die Brandherde feucht und sollen so eine weitere Ausbreitung des Feuers verhindern. Der Einsatz eines Löschhubschraubers wurde nach Angaben des Landkreises nach „guter Wirkung“ beendet. Niederschlag gab es zunächst nicht. Der Kreissprecher blickte positiv auf den Tag, weil es am Nachmittag regnen sollte. Im Laufe des Tages sollen Wasserwerfer bei Granzin im Kreis Ludwigslust-Parchim eingesetzt werden.
Waldbrand im Müritz-Nationalpark: „Viel Rauch und Glut“ – Keine Entwarnung
Waldbrand im Müritz-Nationalpark: Wie munitionsbelasteter Boden den Einsatz erschwert
Waldbrand im Müritz-Nationalpark: Munition sorgt für Probleme
Zur Unterstützung sind zwei Wasserwerfer der Polizei Mecklenburg-Vorpommern sowie eine Spezialeinheit der Feuerwehr aus Niedersachsen angefordert worden. Mit den Waldbrandtanklöschfahrzeugen könne auch in dichtem Rauch gearbeitet werden, hieß es. Die Spezialeinheit startete am Abend in den Einsatz.
Die Löscharbeiten werden dadurch erschwert, dass sich der Brand auf einem ehemaligen Truppenübungsgelände ausgebreitet hat. Im Boden liegen nach Angaben der Behörden noch Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg und aus DDR-Zeiten. Die Einsatzkräfte müssen einen Sicherheitsabstand von rund 1000 Metern einhalten. In der Nähe der belasteten Bereiche sei teilweise zu hören, wie Patronen explodierten, sagte der Pressesprecher des Landkreises. Die aktive Brandbekämpfung erfolgt daher im Osten des Gebiets.
Für die rund 100 Einwohner des Dorfes Granzin wurde die Evakuierung am Samstag vorläufig aufgehoben. Es müsse aber weiter damit gerechnet werden, dass das Dorf erneut geräumt werden könnte, so ein Kreissprecher. Dies hänge vom weiteren Verlauf des Brandes ab.
Der Landkreis bat Urlauber und Touristen, das Gebiet weiträumig zu meiden und Umwege in Kauf zu nehmen. Der Aussichtsturm auf dem Käflingsberg, in dessen Nähe das Feuer am Montag entstanden war, bleibt für die Dauer des Einsatzes gesperrt. Für Betroffene und Anwohner hat der Landkreis ein Bürgertelefon eingerichtet.
Es komme weiträumig zu Geruchsbelästigungen durch den Rauch, besonders Orte in nordöstlicher Richtung von Granzin bis hin nach Friedland können betroffen sein. Der Landkreis empfiehlt, Fenster und Türen zu schließen.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]