Wortwahl

Mundart-Wahl im Erzgebirge: Wort des Jahres 2026 verkündet

Seit zehn Jahren kürt der Erzgebirgsverein ein Mundartwort des Jahres. Aus rund 500 Wortvorschlägen wurde jetzt das erzgebirgische Wort des Jahres gewählt.

2 Min
Blick auf einen Teil des Kurortes Oberwiesenthal im Erzgebirge in Sachsen. Im Hintergrund der 1215 Meter hohe Fichtelberg.

Blick auf einen Teil des Kurortes Oberwiesenthal im Erzgebirge in Sachsen. Im Hintergrund der 1215 Meter hohe Fichtelberg.

© Volker Hohlfeld/imago

Das erzgebirgische Wort des Jahres heißt „verhuhnebibeln“ – also jemanden verhöhnen oder veralbern. Das gab Carmen Krüger vom Vorstand des Erzgebirgsvereins am Sonntag im Volkshaus Thum bekannt. Der Begriff setzte sich mit deutlichem Abstand gegen neun weitere Mundartwörter durch.

Die hochsächsische Variante „forhohnebibln“ war bereits 2013 zum schönsten sächsischen Wort des Jahres gewählt worden. Die hochdeutsche Form „verhohnepipeln“ ist zudem im Duden verzeichnet.

Der Erzgebirgsverein kürt seit zehn Jahren ein Mundartwort des Jahres, um der regionalen Sprache mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Von 500 Vorschlägen bis zur Endauswahl

Nach einem Aufruf des Vereins gingen rund 500 Wortvorschläge ein. 65 davon schafften es in eine Vorauswahl. Eine zehnköpfige Jury aus Politik, Sport und Kultur – unter anderem mit der sächsischen Kulturministerin Barbara Klepsch, Schauspielerin Theresa Weißbach und Landrat Rico Anton – reduzierte die Liste auf zehn Begriffe.

Anschließend konnte online oder per Postkarte abgestimmt werden. Fast 2000 Stimmen gingen über das Internet ein, weitere rund 500 per Karte und E-Mail.

Zur Auswahl standen neben dem Sieger folgende Wörter: „Bocksterz“ (Vorwärtsrolle), „Dalg'“ (ungeschickter Mensch, Tollpatsch), „Dingrich“ (seltsamer Mann, positiv wie negativ gemeint), „drham“ (zuhause), „gelambrich“ (beweglich), „hunaksch“ (necken), „hutschen“ (schlecht laufen), „Tschuck“ (kleines Schweinchen oder kleiner Dreckspatz) sowie „zammnammsch“ (sparsam).

Regionale Begriffe mit überregionalem Bezug

Einige der nominierten Wörter sind auch außerhalb des Erzgebirges geläufig. „Hutschen“ habe es als Begriff für schlechtes Laufen über die Nordgrenze der Region hinaus geschafft, heißt es seitens der Veranstalter. Auch das erzgebirgische „drham“ findet seine Entsprechung im Dresdner „dorheeme“ oder im bayerischen „dahoam“.

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Wer die übrigen Begriffe nicht kennt, outet sich im erzgebirgischen Sprachgebrauch als „Uhiesscher“ – also als Auswärtiger – und somit als „Dalg'n“ in Sachen Mundart.

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