UPDATE

Großbrand

Nach dem Brand in Wismarer Malzfabrik: Bahnstrecke bleibt gesperrt

Das Feuer in der Malzfabrik Wismaria ist gelöscht. Doch nun ist das Gebäude einsturzgefährdet, daher fahren keine Züge des RE8 zwischen Wismar und Bad Kleinen.

3 Min
In Wismar stand am Sonntag die alte Malzfabrik in Brand. Dadurch war auch der Zugverkehr unterbrochen.

In Wismar stand am Sonntag die alte Malzfabrik in Brand. Dadurch war auch der Zugverkehr unterbrochen.

© IMAGO/IP/IMAGO/Inside-Picture

Nach stundenlangem Einsatz war der Großbrand in Wismar am Sonntagabend unter Kontrolle: Der Brand in der Malzfabrik Wismar, bei dem die historische Wismaria am Sonntagnachmittag in Vollbrand geriet, wurde in der Nacht zum 19. Oktober als endgültig gelöscht gemeldet.

Zuvor hatte dichter Rauch über dem Stadtgebiet gelegen und für eine spürbare Geruchsbelästigung gesorgt. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand, da das Gebäude seit Jahrzehnten leer steht.

Bahnstrecke RE8 und Straße Platter Kamp bleiben gesperrt

„Aber jetzt ist das Gebäude einsturzgefährdet“, erklärt Marco Trunk, der Pressesprecher der Stadt Wismar. „Deshalb muss die Bahnstrecke gesperrt bleiben.“ Die Bahnstrecke, auf der die Linie des RE8 von Wismar nach Bad Kleinen und von dort weiter nach Schwerin, Wittenberge und Berlin verkehrt, befindet sich unmittelbar an dem alten Fabrikgebäude.

Für die Löscharbeiten mussten Schläuche über die Bahngleise gelegt werden, zudem war die Sicht durch den dichten Rauch eingeschränkt.

„Wie lange die Bahnstrecke gesperrt werden muss, können wir derzeit noch nicht sagen. Wir prüfen derzeit die Statik. Das ist jedoch ziemlich kompliziert, weil wir wegen der Einsturzgefahr nicht ins Gebäude können“, so Marco Trunk. Die Prüfung beinhalte auch, wie wieder ein sicherer Zustand hergestellt werden könne. „Wahrscheinlich wird es einen Teilabriss geben.“

Die Straße Platter Kamp bleibt ab Hochbrücke für den Fahrzeug- und Fußverkehr ebenfalls gesperrt.

Wegen der Einsturzgefahr sei auch die Arbeit der Brandursachenermittler beeinträchtigt. Die Polizei vermutet Brandstiftung.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Wie der Einsatz verlief

Kurz vor 16 Uhr ging am Sonntag der Alarm bei der Wismarer Feuerwehr ein. Zu diesem Zeitpunkt schlugen bereits Flammen aus dem Backsteingebäude, das Feuer hatte sich über das gesamte Obergeschoss ausgebreitet.

Die Berufsfeuerwehr rückte an und forderte mehrfach Verstärkung nach. Im Laufe des Einsatzes waren neun Freiwillige Feuerwehren aus Wismar und der Umgebung mit rund 150 Einsatzkräften vor Ort, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Parallel hatte die Integrierte Feuer- und Rettungsleitstelle Schwerin um 16 Uhr eine offizielle Warnmeldung für den Landkreis Nordwestmecklenburg herausgegeben.

Gegen 19 Uhr war das Feuer unter Kontrolle, in der Nacht zum Montag wurde es als endgültig gelöscht gemeldet.

Anwohner mussten Fenster geschlossen halten

Während des Brands bat die Stadt Wismar die Bevölkerung, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Zusätzlich sollten Klima- und Lüftungsanlagen vorübergehend ausgeschaltet werden, damit kein Rauch ins Innere gelangt.

Der Bereich rund um die Brauerei sollte gemieden werden, damit die Einsatzkräfte ungehindert arbeiten konnten. Trotz der starken Rauchentwicklung bestand nach Angaben der Feuer- und Rettungsleitstelle Schwerin keine Gesundheitsgefahr.

Was hinter der Wismaria steckt

Die Malzfabrik Wismaria ist kein gewöhnliches Gebäude. Seit Jahrzehnten wird die Fabrik nicht mehr genutzt, sie steht unter Denkmalschutz und ist als „Lost Place“ bekannt.

Wahrscheinlich weil das Gebäude leer stand, kamen bei dem Feuer nach ersten Erkenntnissen der Polizei keine Menschen zu Schaden.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner