Ein junger Musiker aus dem Iran ist tot. Opfer des eigenen Staates. Erfan Mirzaei, 21 Jahre alt und als Rapper bekannt, wurde in iranischer Haft gefoltert und schließlich möglicherweise hingerichtet.
Festgenommen wurde er ursprünglich im Zusammenhang mit den Protesten gegen das Regime am Jahresanfang. Offen bleibt bislang, ob eine Hinrichtung oder die Folter zu seinem Tod führte.
Abend der Solidarität
Diesen Freitagabend nimmt die Schriftstellervereinigung PEN Berlin den Vorfall zum Anlass, ab 19.30 Uhr einen „Abend für den Iran“ im Haus der Berliner Festspiele zu veranstalten. Der Abend soll dazu dienen, Mirzaei zu gedenken, aber auch diejenigen zu würdigen, die dem iranischen Regime immer noch die Stirn bieten.
Es ist eine Kooperation mit dem Internationalen Literaturfestival Berlin. Der Fokus liegt an dem Abend außerdem auf Literatur aus dem Iran.
Zu den Auftretenden zählt Behrad Ali Konari, selbst Rapper und ebenfalls kein Unbekannter im Kampf gegen das Regime: 2022 geriet er während der Proteste unter dem Motto „Frau, Leben, Freiheit“ in Haft und überlebte schwere Folter. Am Freitag steht ausgerechnet er nun auf der Bühne in Berlin. Auch die im Exil lebende Lyrikerin Mahtab Yaghma wird von ihren Erfahrungen erzählen. Sie entging 2024 nur knapp einem Todesurteil im Iran.
Falscher Fokus
Daniela Sepheri, Boardmitglied von PEN Berlin, übt starke Kritik an der deutschen Politik: „Während die Bundesregierung zur Menschenrechtslage in Iran schweigt und einen Tunnelblick auf die Straße von Hormus hat, verschärft das iranische Regime seine Repression in dramatischem Ausmaß. Es braucht viel mehr Sichtbarkeit für die Freiheitsbewegung im Iran.“
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