Vandalismus

Nach Farbattacke auf die U6 und U7: „Leidtragende sind die Fahrgäste“

Fenster, Türtaster und Signaleinrichtungen mit Farbe besprüht: Die BVG musste beide Züge austauschen. Inzwischen sind die Fahrzeuge wieder im Einsatz.

Alexandra Gretschichin
Alexandra Gretschichin
4 Min
U-Bahnhof Mehringdamm: Hier schlugen die Graffiti-Täter zu.

U-Bahnhof Mehringdamm: Hier schlugen die Graffiti-Täter zu.

© Emmanuele Contini

Nach der Spray-Attacke im U-Bahnhof Mehringdamm sind die mit Farbe besprühten U-Bahnen wieder im Einsatz. Das teilten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit. Währenddessen zeigt das Video von der Graffiti-Aktion, bei der ein Mensch verletzt wurde, unterschiedliche Reaktionen. Während manche Personen vor Ort der Aktion zujubelten und applaudierten, empfanden andere sie als negativ und „bekloppt“.

Es geschah am Sonnabend gegen 23.30 Uhr in Kreuzberg. Zehn bis 15 Menschen besprühen im U-Bahnhof Mehringdamm zwei Züge der U-Bahn-Linien U6 und U7 großflächig mit Farbe. Die Täter flüchteten.

Die Aktion sorgte nicht nur vor Ort für Aufsehen, sondern verbreitete sich auch rasant in den sozialen Medien. Bis Montagmorgen hatten bereits mehr als drei Millionen Menschen das Video gesehen, knapp 5000 Menschen kommentierten es.

Körperverletzung und Sachbeschädigung

Während der Aktion wurde ein 39-jähriger Fahrgast verletzt. Als er versuchte, sich der Gruppe entgegenzustellen, sprühte man ihm Farbe ins Gesicht. Die Folge waren starke Augenreizungen, die vor Ort ambulant versorgt werden konnten. Es solle wegen Sachbeschädigung und gefährlicher Körperverletzung ermittelt werden; ob die Tatverdächtigen einer Sprayergruppe angehören könnten, sei derzeit nicht bekannt.

Die Tatverdächtigen trugen dunkle Regencapes und waren maskiert. Sie besprühten die Züge binnen kürzester Zeit großflächig mit schwarzer, roter und silberner Farbe. Nach Angaben der BVG waren rund 40 Quadratmeter Fläche der beiden Bahnen betroffen, wobei unter anderem Fenster, Türtaster und Signaleinrichtungen beschädigt wurden. Die betroffenen Züge konnten deshalb nicht weiter eingesetzt werden und wurden ausgetauscht. Wie ein Sprecher der BVG betonte, seien in solchen Fällen letztlich auch die Fahrgäste die Leidtragenden.

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Tatverdächtige

Nach dem Vorfall begannen Spezialistinnen und Spezialisten der BVG nach eigenen Angaben umgehend mit der Entfernung der Graffiti. Inzwischen seien die betroffenen Fahrzeuge wieder einsatzbereit. Wie hoch der entstandene Schaden insgesamt ist, lasse sich derzeit noch nicht genau beziffern.

Die Ermittlungen zu dem Vorfall führt die Polizei. Zu möglichen Tatverdächtigen oder dem genauen Tathergang machte die BVG daher keine Angaben. Für weitere Informationen verwies das Verkehrsunternehmen auf die zuständigen Polizeibehörden.

Beschädigte Fahrzeuge wieder im Einsatz

Nach dem Vandalismusvorfall bei der Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) sind die betroffenen Fahrzeuge inzwischen wieder im Einsatz. Rund 40 Quadratmeter der Fahrzeuge waren nach Angaben der BVG beschädigt worden. Unter anderem wurden Fenster, Türtaster und Signaleinrichtungen in Mitleidenschaft gezogen.

Die Schäden entstanden durch mutwillige Zerstörung. „Wir verurteilen Vandalismus jeder Art“, erklärte ein BVG-Sprecher. Solche Zerstörungen verursachten im gesamten BVG-Netz jährlich Kosten in Millionenhöhe und schadeten damit nicht nur dem Verkehrsunternehmen, sondern auch der Allgemeinheit in Berlin.

Die Folgen von Vandalismus beschränken sich laut BVG nicht auf die sichtbaren Schäden. Beschädigte Fahrzeuge müssen gereinigt und repariert werden und können während dieser Zeit nicht im regulären Betrieb eingesetzt werden.

„Fahrzeuge, die gereinigt und repariert werden müssen, fehlen am Ende im Betrieb. Leidtragende sind in diesen Fällen leider auch unsere Fahrgäste“, so der BVG-Sprecher.

Schäden noch nicht beziffert

Wie hoch die Kosten des aktuellen Vorfalls sind, steht derzeit noch nicht fest. Eine exakte Schadenssumme lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beziffern, teilte die BVG mit.

Neben den Kosten für die Entfernung der Graffiti können auch Reparaturen an beschädigten Fahrzeugteilen notwendig sein. Wie hoch der Gesamtschaden letztlich ausfällt, dürfte daher erst nach Abschluss der Arbeiten feststehen.

Polizei ermittelt

Die Ermittlungen zu dem Vorfall führt die Polizei. Angaben zum genauen Tathergang oder zum aktuellen Stand der Ermittlungen machte die BVG nicht. Für weitere Informationen verwies das Verkehrsunternehmen auf die zuständigen Polizeibehörden.

Damit bleibt zunächst offen, wer für die Beschädigungen verantwortlich ist und unter welchen Umständen es zu dem Vorfall kam.

BVG setzt auf Sicherheitskonzept

Um die Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr zu gewährleisten und auf Vorfälle reagieren zu können, setzt die BVG nach eigenen Angaben auf ein integriertes Sicherheitskonzept. Dieses umfasst unter anderem den Einsatz von Personal, Notrufeinrichtungen und Videotechnik.

Die BVG betont zugleich, dass Vandalismus nicht nur wirtschaftliche Schäden verursacht. Durch beschädigte Fahrzeuge können sich auch Auswirkungen auf den laufenden Betrieb und damit auf die Fahrgäste ergeben.

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