Bundestagswahl

Nach Kritik: TV-Runden doch mit CDU, SPD, AfD und Grünen – das sind die Termine

Die Sender planten zuerst TV-Duelle zwischen Merz und Scholz sowie Weidel und Habeck. Das sorgte für Kritik. Jetzt gibt es TV-Runden mit allen vier Kandidaten. Die Termine.

AFP/BLZ
4 Min
Die vier Kanzlerkandidaten: Olaf Scholz (SPD), Alice Weidel (AfD), Friedrich Merz (CDU) und Robert Habeck (Grüne).

Die vier Kanzlerkandidaten: Olaf Scholz (SPD), Alice Weidel (AfD), Friedrich Merz (CDU) und Robert Habeck (Grüne).

© Kappeler/Albert/Wendt/dpa

Nach der Kritik an den Planungen für TV-Duelle zur Bundestagswahl haben ARD und ZDF weitere Formate angekündigt. Wie die ARD am Donnerstag mitteilte, gibt es am 17. Februar eine „Wahlarena“ mit den Kanzlerkandidatinnen und -kandidaten von CDU, AfD, SPD und Grünen. Der Wahlkampfleiter der Grünen, Andreas Audretsch, begrüßte die Entscheidung - forderte aber zugleich die Absage des Duells zwischen SPD und CDU.

Beim ZDF sollen die Kanzlerkandidatinnen und -kandidaten von SPD, CDU/CSU, Grünen und AfD am 13. Februar zu Wort kommen. In der Sendung „Klartext“ stellen sich dabei Olaf Scholz (SPD), Friedrich Merz (CDU), Robert Habeck (Grüne) und Alice Weidel (AfD) 140 Minuten Fragen von Bürgerinnen und Bürgern.

Große TV-Runden mit SPD, CDU, AfD und Grüne am 13., 17. und 20. Februar

In der ARD soll zudem im Februar ein „Vierkampf der kleinen Parteien“ mit den Spitzenvertretern von FDP, CSU, BSW und der Linken stattfinden.

Zuvor waren zwei TV-Duelle von ARD und ZDF am 9. Februar sowie von RTL und ntv am 16. Februar nur mit Scholz und Merz angekündigt worden. Dies führte zu Unmut bei Grünen, AfD und BSW, die den Ausschluss ihrer Spitzenleute kritisierten.

Der Wahlkampfleiter der Grünen und Fraktionsvize im Bundestag, Andreas Audretsch, begrüßte deshalb die Ankündigung der Sender für TV-Duelle mit allen Kanzlerkandidaten. „Es ist gut, dass ARD und ZDF Abstand nehmen von einem reinen Duell zwischen Friedrich Merz und Olaf Scholz und nun ein Format mit mehreren Kanzlerkandidaten ankündigen“, sagte er der Welt nach Angaben vom Donnerstag.

Audretsch forderte aber zugleich die Absage des TV-Duells zwischen Scholz und Merz: „Das Duell zwischen zwei ehemaligen Volksparteien muss abgesagt werden. Die Verantwortlichen bei ARD und ZDF tun gut daran, nicht in einen völlig offenen Wahlkampf einzugreifen.“ Die Umfragen zeigten, dass erst am Wahltag klar sein werde, wie die Bürgerinnen und Bürger entschieden haben. Es gehe um Chancengleichheit.

Unklar, ob Duelle Merz-Scholz und Weidel-Habeck überhaupt stattfinden

Einen Vorschlag von ARD und ZDF für ein separates Duell von Habeck und Weidel hatte der Grünen-Kanzlerkandidat abgelehnt. Die AfD verlangte indes ein Triell von Merz, Scholz und Weidel. Sie wies darauf hin, dass die Partei in Umfragen konstant hinter der Union auf Platz zwei liegt.

Die ARD teilte am Donnerstag zu dem geplanten Duell von Habeck und Weidel mit, es sei „nach derzeitigem Stand (...) unsicher, ob die Produktion stattfinden wird“. Eine ARD-Sprecherin sagte, bisher sei noch keine schriftliche Absage eingegangen.

ARD und ZDF planen außerdem schon länger eine sogenannte Schlussrunde mit den Spitzenkandidatinnen und -kandidaten aller im Bundestag vertretenen Fraktionen und Gruppen, wie ARD und ZDF am Donnerstag bekräftigten. Diese soll am 20. Februar stattfinden.

Wahlen 2025: Erste Runde mit allen Parteien schon am 28. Januar

Schon am 28. Januar soll es laut ZDF zudem eine weitere Runde mit Spitzenpolitikerinnen und -politikern aller Parteien über drängende Probleme im Land geben. Dabei sollen auch Zuschauerinnen und Zuschauer Fragen stellen können.

Eine Online-Petition auf der Plattform Campact für ein Triell von Merz, Scholz und Habeck wurde innerhalb von zwei Tagen von mehr als 55.000 Menschen unterzeichnet. Als Initiator wird eine „Initiative Fairer Wahlkampf“ genannt. Dahinter steht keine feste Organisation, sondern ein „Zusammenschluss junger Menschen“, wie einer der Mitinitiatoren auf AFP-Anfrage sagte. Eine Verbindung zu den Grünen gibt es demnach nicht.

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