Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hat den Vorwurf zurückgewiesen, den CDU-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September, Daniel Peters, kurzfristig aus einer TV-Debatte ausgeladen zu haben. Die Darstellung, der NDR habe die CDU zunächst eingeladen und „später jedoch wieder vor die Tür gesetzt“, sei „frei erfunden und entbehrt jeder Grundlage“, sagte NDR-Chefredakteur Adrian Feuerbacher der Deutschen Presse-Agentur.
Nach Angaben Feuerbachers soll am 16. September ein TV-Duell zwischen Ministerpräsidentin und SPD-Spitzenkandidatin Manuela Schwesig und dem AfD-Spitzenkandidaten Leif-Erik Holm ausgestrahlt werden. Bereits am 15. September sei ein sogenanntes Quadrell mit den Spitzenkandidaten von CDU, Linken, Grünen und BSW geplant. Beide Formate sollen jeweils eine Stunde dauern und um 21 Uhr laufen.
Die Aufteilung habe von Beginn an festgestanden, so Feuerbacher. „Tatsächlich haben die NDR-Chefredaktion und die Chefredaktion des NDR Landesfunkhauses Mecklenburg-Vorpommern von vornherein und bereits im April 2026 die Spitzenkandidaten von CDU, Linke, Grüne und BSW zu einem Quadrell sowie die Spitzenkandidaten von SPD und AfD zu einem Duell eingeladen“, sagte er. Alle Parteien – auch die CDU – hätten ihre Teilnahme zugesagt.
Brief der CDU-Generalsekretärin
CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann hatte sich in einem Brief an Feuerbacher gewandt, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Darin äußerte sie „Irritation und Unverständnis“ über die Entscheidung des Senders, die CDU von der TV-Debatte auszuschließen.
Durch die Zuspitzung auf ein reines Duell werde den Bürgern die Möglichkeit genommen, sich ein umfassendes Bild politischer Alternativen zu verschaffen, kritisierte Hoppermann. Es entstehe zudem der Eindruck, „dass die journalistische Unabhängigkeit und der Mut zu einer breiten, fairen Debatte dem politischen Taktieren und den Bedingungen einzelner Akteure geopfert wurden“.
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Bereits zuvor hatten CDU und Linke vergleichbare Vorwürfe gegen die Sendergruppe RTL/ntv erhoben. Die Spitzenkandidaten der Parteien seien dort zunächst ein- und anschließend wieder ausgeladen worden – angeblich auf Druck Schwesigs. Sowohl die Sendergruppe als auch die SPD wiesen die Darstellung zurück. (mit dpa)
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