Zehn Zimmer, sieben Bäder, ein Wellnessbereich mit Sauna und ein rund 8000 Quadratmeter großes Grundstück direkt an der Warnow: Die denkmalgeschützte Mühlenvilla in Bützow gehörte zu den auffälligsten Angeboten der Herbstauktion der Norddeutschen Grundstücksauktionen AG (NDGA) am 3. September.
Die 1896 errichtete Gründerzeitvilla wurde zuletzt als Bed & Breakfast und Spa genutzt. Seine Wohn- und Nutzfläche wird mit rund 612 Quadratmetern angegeben. Zur Ausstattung gehören mehrere separate Einheiten, ein Wintergarten und ein direkter Zugang zum Fluss. Das Mindestgebot lag bei 695.000 Euro. Einen Käufer fand die Villa während der Auktion jedoch nicht, sie wird jetzt zum Nachverkauf angeboten.
Ferienobjekte an der Ostsee bleiben auch ohne Zuschlag
Die Bützower Villa ist nicht das einzige Objekt aus Mecklenburg-Vorpommern, das nach der Auktion weiter auf einen Käufer wartet. Ebenfalls im Nachverkauf befinden sich eine Doppelhaushälfte in Elmenhorst bei Grimmen für mindestens 230.000 Euro und ein Gewerbegrundstück mit Garagen in Gelbensande, dessen Limit bei 170.000 Euro liegt.
Besonders groß ist das verbliebene Angebot bei Ferienimmobilien. In Vogelsang-Warsin am Stettiner Haff stehen zwei unterschiedliche Anlagen für jeweils mindestens 375.000 Euro zum Verkauf. Eine umfasst zwei Ferienhäuser mit Ferienwohnungen und Sauna, die andere wird als Ferienanlage „Auszeit am Haff“ angeboten. Auf Rügen fand außerdem das Ferienhaus „Meeresbrise“ mit zwei Einheiten in Dranske keinen Käufer. Das Mindestgebot beträgt dort 670.000 Euro.
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Dass Ostseeobjekte durchaus Abnehmer fanden, zeigt ein weiterer Aufruf aus Dranske: Ein Ferienbungalow wechselte zum Mindestgebot von 158.000 Euro den Besitzer. Auch ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung in Stralsund-Devin wurde verkauft – für 330.000 Euro und damit ebenfalls genau zum Limit.
Zu den ungewöhnlichsten Aufrufen der Auktion gehörten zudem ein stark sanierungsbedürftiges Gutshaus aus dem 18. Jahrhundert in Beckentin bei Grabow mit einem Mindestgebot von nur 1000 Euro, ein Wohnhaus samt denkmalgeschützter Holländerwindmühle in Friedland für mindestens 7000 Euro sowie ein 1013 Quadratmeter großes Grundstück bei Bohlendorf auf Rügen für 3000 Euro. Die öffentlich einsehbare Ergebnisübersicht wies am Freitag, 4. September, für diese drei Positionen noch keine belastbaren Zuschlagspreise aus.
So funktioniert der Nachverkauf nach einer Auktion
Ein Nachverkauf bedeutet nicht, dass die Immobilien nun automatisch billiger werden. Das mit dem Eigentümer vereinbarte Auktionslimit gilt grundsätzlich weiter. Nach den Versteigerungsbedingungen kann das Auktionshaus ein nicht zugeschlagenes Objekt innerhalb der Nachverkaufsfrist anderweitig verkaufen oder erneut aufrufen. Sofern nichts anderes vereinbart wurde, beträgt diese Frist zwei Monate nach dem letzten Auktionstag.
Interessenten können beim Auktionshaus Unterlagen anfordern, die Immobilie prüfen und ein Gebot abgeben. Neben dem Kaufpreis müssen sie das gestaffelte Aufgeld des Auktionshauses sowie Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten berücksichtigen. Bei der NDGA beträgt das Aufgeld je nach Höhe des Gebots zwischen 7,14 und 17,85 Prozent inklusive Mehrwertsteuer. Vor einer Gebotsannahme werden in der Regel Identität und Bonität geprüft; der Immobilienkauf muss anschließend notariell beurkundet werden.
Drei weitere ungewöhnliche Auktionsangebote aus MV
Am 18. September folgt die nächste Immobilien- und Grundstücksauktion, diesmal vom Auktionshauses Hornig. Sie beginnt um 14 Uhr in Bautzen. Gebote sind nicht nur im Saal, sondern nach vorheriger Anmeldung auch telefonisch oder schriftlich möglich; zudem wird ein Livestream angeboten.
So kann ein Moor auf Usedom ersteigert werden: In Mölschow zwischen Karlshagen und Zinnowitz werden zwei zusammenhängende Flurstücke mit insgesamt 12.440 Quadratmetern aufgerufen. Rund 6000 Quadratmeter entfallen auf Moor und Wasser, 4700 Quadratmeter auf Wald und 1740 Quadratmeter auf Acker. Der Startpreis beträgt lediglich 2000 Euro. Bauland ist die Naturfläche allerdings nicht.
Ebenfalls auf Usedom steht eine rund 8750 Quadratmeter große Grünlandfläche in Loddin zur Auktion. Sie liegt zwischen Heringsdorf und Ückeritz in der Nähe des Schmollensees. Das Mindestgebot wurde mit 9999 Euro angesetzt.
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© Katja Frick/Ostdeutsche Allgemeine
Zudem werden in Parchim gegenüber dem stillgelegten Flughafen Schwerin-Parchim zwei pachtfreie Flurstücke mit zusammen rund 3,75 Hektar angeboten. Das Gelände kombiniert Ackerflächen mit einem kleinen, etwa 60 bis 80 Jahre alten Kiefernbestand. Der Aufruf startet bei 68.900 Euro.
Auch bei diesen Angeboten handelt es sich nur um Mindestpreise. Wie die Beispiele der Auktion vom 3. September zeigen, kann der Zuschlag genau zum Limit erfolgen, deutlich darüber liegen oder ganz ausbleiben. Dann beginnt auch für Moor, Wiese oder Acker möglicherweise die nächste Runde: der Nachverkauf.
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