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Novemberpogrom: Buchenwald zeigt neue Ausstellung – Steinmeier spricht bei der Gedenkfeier

Die Freiluft-Ausstellung auf dem Gelände des früheren Häftlingslagers folgt Lebenswegen jüdischer Männer, die 1938 nach Buchenwald verschleppt wurden.

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In Buchenwald erinnert eine Ausstellung an die nach den Novemberpogromen 1938 verschleppten jüdischen Männer (Symbolbild).

In Buchenwald erinnert eine Ausstellung an die nach den Novemberpogromen 1938 verschleppten jüdischen Männer (Symbolbild).

© Depositphotos/imago

Die Ausstellung ist von Montag, 9. November, an zu sehen, wie die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora mitteilte. Grundlage sind neue Recherchen zu den 9845 jüdischen Männern, die die SS nach den Novemberpogromen 1938 in das KZ bei Weimar brachte. Die Gedenkfeier mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier beginnt um 14.30 Uhr auf dem Gelände des ehemaligen Häftlingslagers.

Im Mittelpunkt stehen Biografien einzelner Häftlinge: von der Zeit vor der Verhaftung über die Haft in Buchenwald bis zur Flucht aus Deutschland und dem Neuanfang in der Fremde. Auszüge aus Erinnerungsberichten halten den Blick der Betroffenen auf das Erlebte fest. So sollen am Ort der Haft hinter der großen Zahl einzelne Menschen sichtbar werden.

SS richtete 1938 ein Sonderlager neben dem Appellplatz ein

Für die Verschleppten hatte die SS ein abgetrenntes Lager neben dem Appellplatz eingerichtet. In fünf notdürftig errichteten Baracken waren die Männer Hunger, Wassermangel, Kälte und Misshandlungen ausgesetzt. Der Terror sollte sie zwingen, ihren Besitz aufzugeben und Deutschland zu verlassen. 250 Männer starben in diesem Pogromsonderlager.

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Adam Ganz erinnert in Buchenwald an seinen Vater Peter Ganz

Nach der Begrüßung durch Stiftungsdirektor Jens-Christian Wagner sprechen Steinmeier und Adam Ganz. Dessen Vater Peter Ganz kam 1938 als 18-Jähriger aus Mainz nach Buchenwald, floh noch im Dezember nach England und wurde später in Oxford Germanist. Internationale Freiwillige der Gedenkstätte stellen in einer szenischen Lesung Biografien und Erinnerungen der Verschleppten vor. Milán Andics, Kantor der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, spricht das Totengebet, eine Kranzniederlegung schließt die Feier ab. Steinmeier erinnert an diesem Tag in Weimar laut Bundespräsidialamt auch an 1918 und 1989 und eröffnet am Abend im Deutschen Nationaltheater das 6. Weimarer Forum für Erinnerungskultur.

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Um 12 Uhr beginnen am selben Tag kostenfreie thematische Rundgänge zu den Wegen der 1938 Verschleppten, Treffpunkt ist das Informationsgebäude. Sie dauern etwa zwei bis zweieinhalb Stunden, setzen Grundkenntnisse über den Nationalsozialismus und das KZ Buchenwald voraus, das empfohlene Mindestalter liegt bei 15 Jahren, je Gruppe sind 30 Teilnehmer zugelassen. Taschen und Rucksäcke dürfen aus Sicherheitsgründen nicht mit zur Gedenkfeier genommen werden; in der Besuchsinformation gibt es in begrenztem Umfang Abstellmöglichkeiten.

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