Usedom

Mega-Brücke nach Usedom: Alte Peenequerung wird im November erneut zur Baustelle

Die Peenebrücke nach Usedom ist wieder frei, weil die Bauarbeiten früher als geplant abgeschlossen sind. Doch schon bald beginnt die nächste Reparaturphase.

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So soll die Mega-Brücke über die Peene nach Usedom einmal aussehen. Dafür sind auch Bauarbeiten an der alten Brücke notwendig.

So soll die Mega-Brücke über die Peene nach Usedom einmal aussehen. Dafür sind auch Bauarbeiten an der alten Brücke notwendig.

© Jens Büttner

Die Peenebrücke bei Wolgast ist seit Donnerstagabend, 1. Oktober, wieder ohne Einschränkungen befahrbar. Das Straßenbauamt Neustrelitz konnte die Verstärkung des Fahrbahnbelags früher abschließen als geplant. Damit ist die halbseitige Sperrung der wichtigsten Verbindung zur Insel Usedom auf der Bundesstraße 111 zunächst aufgehoben. Der Verkehr in den Oktoberferien Ende des Monats kann dann also erst einmal rollen, das verkehrstechnische Nadelöhr wird zumindest nicht zusätzlich behindert durch Bauarbeiten.

Von Dauer ist die baustellenfreie Zeit allerdings nicht. Bereits im November sollen weitere Arbeiten an der beweglichen Brückenklappe beginnen. Betroffen sind dann die sogenannten Drehlagersockel. Für den Autoverkehr soll die Brücke trotzdem in beiden Richtungen passierbar bleiben.

Die Reparaturen betreffen eine der wichtigsten Straßenverbindungen zur östlichsten Ostseeinsel von Mecklenburg-Vorpommern. Zugleich machen sie deutlich, warum die neue und wesentlich größere Querung des Peenestroms wenige Kilometer entfernt notwendig ist. Die neue Brücke ist das Herzstück der Ortsumgehung Wolgast - und eines rund 500 Millionen Euro teuren Infrastrukturprojekts. Baustart war im Mai.

Fahrbahnbelag früher als geplant verstärkt

Die inzwischen abgeschlossenen Arbeiten an der bestehenden Peenebrücke hatten am Dienstag begonnen. Dafür wurde die Bundesstraße 111 auf der beweglichen Brückenklappe halbseitig gesperrt. Eine Ampel regelte den Verkehr.

Nach Angaben des Straßenbauamtes wurde die vorhandene Beschichtung zunächst angeraut und anschließend um eine weitere Schicht ergänzt. Die Verstärkung war wegen der hohen Verkehrsbelastung erforderlich.

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Günstige Witterungsbedingungen und die zügige Arbeit der beauftragten Firma ermöglichten einen früheren Abschluss. Seit dem Abend des 1. Oktober steht die Brücke dem Kraftfahrzeugverkehr deshalb wieder ohne Einschränkungen zur Verfügung.

Im November beginnt die nächste Reparaturphase

Die nächsten Arbeiten sollen planmäßig im November 2026 beginnen. Dann werden die Drehlagersockel der Brückenklappe gesichert und verstärkt. An den Sockeln waren Schäden an der Betonoberfläche festgestellt worden.

Zur Stabilisierung sollen die betroffenen Bauteile mit einer Konstruktion aus Stahlträgern eingefasst werden. Die Drehlager gehören zu den zentralen Bestandteilen der Klappbrücke: Über sie kann der bewegliche Teil angehoben werden, damit größere Schiffe den Peenestrom passieren können.

Bauarbeiten bei Wolgast an der neuen Peenestrombrücke nach Usedom

Bauarbeiten bei Wolgast an der neuen Peenestrombrücke nach Usedom

© Stefan Sauer/dpa

Anders als bei den gerade abgeschlossenen Arbeiten soll der Verkehr im November in beiden Fahrtrichtungen aufrechterhalten werden. Die Fahrstreifen werden im Baustellenbereich allerdings auf jeweils 2,90 Meter verengt. Die beiden Gehwege sollen abwechselnd gesperrt werden.

Als Abschluss der Arbeiten ist bislang der 18. Dezember 2026 vorgesehen. Die Auftragssumme für die aktuellen Instandsetzungsmaßnahmen liegt bei rund 195.000 Euro.

Peenebrücke ist ein Nadelöhr auf dem Weg nach Usedom

Die bestehende Peenebrücke wurde 1996 fertiggestellt und ist Teil der Bundesstraße 111. Sie verbindet Wolgast mit der Insel Usedom und gehört damit zu den wichtigsten Verkehrswegen in einer der meistbesuchten Urlaubsregionen Ostdeutschlands.

Vor allem während der Ferienzeit wird die Strecke stark belastet. Der Verkehr fließt bislang durch Wolgast und über die bewegliche Brücke. Muss diese für größere Schiffe geöffnet werden, kommt der Straßenverkehr zeitweise vollständig zum Stillstand. Das führt regelmäßig zu Rückstaus - nicht nur auf der Zufahrt zur Insel, sondern auch im Wolgaster Stadtgebiet.

Hinzu kommt der wachsende Instandsetzungsbedarf der alten Brücke. Bei früheren Bauwerksprüfungen wurden Schäden festgestellt, die unter anderem die Dauerhaftigkeit und Verkehrssicherheit einzelner Bauteile beeinträchtigten. Seitdem wurde das Bauwerk in mehreren Abschnitten saniert.

Neue Mega-Brücke soll Wolgast entlasten

Die neue Ortsumgehung Wolgast soll eine dauerhafte Entlastung bringen. Ihr zentrales Bauwerk ist eine rund 1,4 Kilometer lange Brücke über die Peene.

Geplant sind etwa 70 Meter hohe Pylone und eine lichte Durchfahrtshöhe von 42 Metern. Anders als die bestehende Klappbrücke muss die neue Verbindung nicht für den Schiffsverkehr geöffnet werden. Schiffe können den Peenestrom künftig unter dem Bauwerk passieren, während der Straßenverkehr weiterrollt.

Der zentrale Abschnitt wird als sogenannte Zügelgurtbrücke ausgeführt. Nach Angaben des Landes Mecklenburg-Vorpommern soll sie die größte Brücke dieser Bauart in Europa werden.

Das neue Bauwerk soll nicht nur den Verkehr aus der Wolgaster Innenstadt heraushalten, sondern auch die überregionale Anbindung Usedoms an die A20 verbessern.

Schwieriger Baugrund ist eine Herausforderung

Der Bau der neuen Peenestrombrücke gilt als technisch anspruchsvoll. Eine wesentliche Herausforderung ist der schwierige Untergrund. Für eine tragfähige Gründung müssen Bohrpfähle teilweise bis zu 58 Meter tief in den Boden eingebracht werden.

Seit August laufen auch Gründungsarbeiten unmittelbar im Peenestrom. Auf der Festlandseite waren zu diesem Zeitpunkt bereits erste Teile der künftigen Brücke oberhalb des Geländes sichtbar.

Für die Anlieferung großer Bauteile und schwerer Maschinen sind zusätzliche Anpassungen an Verkehrswegen und Bahnanlagen notwendig. Das Projekt zählt deshalb zu den komplexesten Straßenbauvorhaben, die derzeit in MV umgesetzt werden.

Kosten steigen auf rund 500 Millionen Euro

Mit dem technischen Aufwand sind die Kosten erheblich gestiegen. Allein der Auftrag für den Bau der neuen Peenestrombrücke hat ein Volumen von rund 421 Millionen Euro. Für die gesamte Ortsumgehung werden inzwischen etwa 500 Millionen Euro veranschlagt.

Die ursprünglichen Planungen gingen noch von rund 138 Millionen Euro aus. Zu den Gründen für die Kostensteigerung zählen der aufwendige Brückenbau, höhere Rohstoff-, Energie- und Materialpreise sowie Änderungen im Bauablauf. Auch ein verlängertes Vergabeverfahren und die schwierigen Bodenverhältnisse beeinflussten das Projekt.

Die neue Verbindung gehört damit zu den teuersten Infrastrukturprojekten im Nordosten Deutschlands.

Freigabe der neuen Peenebrücke für Ende 2029 geplant

Nach dem derzeitigen Zeitplan soll die Ortsumgehung einschließlich der neuen Brücke Ende 2029 für den Verkehr freigegeben werden. Der Termin bleibt angesichts des schwierigen Baugrunds und der technischen Herausforderungen jedoch ein Planwert. Bis dahin bleibt die bestehende Klappbrücke für die Anbindung Usedoms unverzichtbar. Es ist absehbar, dass bis zur Fertigstellung der neuen Peenequerung  immer wieder Bauarbeiten an der alten notwendig werden.

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