Drohnenvorfall

Peenemünde: Geheimer Drohnentest endet mit einem Flächenbrand

Eine Drohne stürzt bei einem geheimen Testflug in Peenemünde ab und setzt 6000 Quadratmeter Brachfläche in Brand. Niemand wird verletzt.

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Die Aufklärungsdrohne Reliant von Quantum Systems. Der Flugplatz in Peenemünde dient auch als Testgelände für militärische Drohnen (Symbolfoto).

Die Aufklärungsdrohne Reliant von Quantum Systems. Der Flugplatz in Peenemünde dient auch als Testgelände für militärische Drohnen (Symbolfoto).

© Armin Weigel/dpa

Bei einem genehmigten Testflug ist am 12. August auf dem Flugplatz Peenemünde auf Usedom eine Drohne abgestürzt. Durch Funkenflug geriet dadurch eine etwa 6000 Quadratmeter große Ödlandfläche in Brand. Menschen wurden nach Angaben der Polizei nicht verletzt.

Der Absturz ereignete sich gegen 18.15 Uhr. Insgesamt 38 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus Peenemünde, Karlshagen, Trassenheide und Wolgast waren an den Löscharbeiten beteiligt. Abgesehen von dem zerstörten Fluggerät und der betroffenen Fläche entstanden nach bisherigen Erkenntnissen keine weiteren Schäden.

Betreiber der Drohne bleibt unbekannt

Nach Informationen des NDR gehörte die Drohne einem Unternehmen, das auf dem Flugplatzgelände ansässig ist und dort Testflüge durchführt. Der Flug sei von der zuständigen Luftfahrtbehörde genehmigt gewesen.

Um welches Unternehmen und welches Drohnenmodell es sich handelte, ist nicht öffentlich bekannt. Auch Angaben zu Größe, Gewicht, Antrieb und technischer Ausstattung des Fluggeräts liegen bislang nicht vor. Einem NDR-Bericht zufolge gehörte die abgestürzte Drohne nicht dem Peenemünder Start-up Infinteq.

Die Firma mit Hauptsitz in Mülheim an der Ruhr nutzt das Test- und Forschungsflugfeld Peenemünde (EDCP) auf Usedom intensiv als Testgelände für ihre militärischen Entwicklungen. Das Unternehmen steht unter der Leitung von Geschäftsführer André Komp und entwickelt autonome, hochtechnologische Drohnensysteme. Die Firma testet in Peenemünde eine größere Aufklärungsdrohne, die für den Einsatz in der Ukraine entwickelt wurde. Die bei dem aktuellen Testflug abgestürzte Drohne gehörte nach Angaben von Geschäftsführer André Komp jedoch nicht seinem Unternehmen.

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Der Betrieb auf dem Testgelände unterliegt teilweise der Geheimhaltung. Als Gründe gelten sowohl wirtschaftliche Interessen der beteiligten Firmen als auch Sicherheitsinteressen der Bundeswehr. Auf dem Flugplatz testen mehrere Unternehmen unbemannte Systeme, darunter auch Firmen aus der Rüstungsbranche. Es gibt derzeit keine Hinweise darauf, ob die abgestürzte Drohne bewaffnet war oder Munition transportierte.

Absturzursache noch ungeklärt

Warum das Fluggerät während des Tests abstürzte, ist derzeit öffentlich nicht bekannt. Möglich wären grundsätzlich technische Probleme, ein Softwarefehler oder der Verlust der Funkverbindung.

Auch zur Schadenshöhe machte die Polizei keine Angaben. Strafrechtlich sei der Vorfall nicht relevant, die polizeilichen Ermittlungen seien deshalb abgeschlossen. Offen ist allerdings, ob der Betreiber, die Luftfahrtbehörde oder eine andere Stelle den Absturz technisch untersuchen wird.

Infinteq-Geschäftsführer André Komp erklärte, dass Abstürze unter kontrollierten Bedingungen Teil der Erprobung sein könnten. Tests seien gerade dazu da, mögliche Fehler festzustellen.

Peenemünde bietet großes Testgebiet

Der frühere Militärflugplatz Peenemünde hat sich zu einem bedeutenden Erprobungsstandort für unbemannte Fluggeräte entwickelt. Das umliegende Sperrgebiet umfasst rund 260 Quadratkilometer. Dort können auch Drohnen mit einem Gewicht von mehr als 25 Kilogramm über Land und Wasser sowie in Höhen von bis zu 1500 Metern getestet werden.

Die Lage ermöglicht zudem Flüge außerhalb der direkten Sichtweite der Steuernden. Solche Langstreckentests sind in Deutschland wegen luftfahrtrechtlicher und sicherheitsbezogener Vorgaben nur in ausgewiesenen Gebieten möglich.

Vertreter der Drohnenbranche fordern, die bestehenden Testgelände in Deutschland künftig stärker miteinander zu verbinden. Unternehmen könnten dann längere Strecken unter realistischen Bedingungen erproben, ohne dafür auf Testgebiete im Ausland ausweichen zu müssen.

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