In der Altmark nördlich von Magdeburg sind seit Anfang 2025 mehrere Pferde auf Koppeln verletzt worden. Die Polizeiinspektion Stendal nannte auf OAZ-Anfrage eine Zahl im mittleren einstelligen Bereich. Die Tiere seien möglicherweise mit einem Messer verletzt worden. Ob die Taten zusammenhängen, ist nach Angaben der Polizei Teil der Ermittlungen.
Die Tierrechtsorganisation Peta fordert ein behördliches Register für solche Angriffe, um die Taten besser aufklären zu können. Das Land lehnt das ab. Ein solches Register sei nicht zielführend, teilte das Landeskriminalamt auf OAZ-Anfrage mit. Die Erfassung als Verstoß gegen das Tierschutzgesetz reiche aus.
Verletzte Pferde: Viele Fälle werden nicht angezeigt
Wie viele Angriffe es tatsächlich gab, ist ohnehin schwer zu sagen. Polizeisprecherin Kim Marise Krumbach hatte jüngst gegenüber dem MDR erklärt, manche Fälle seien der Polizei nur aus der Zeitung bekannt, dadurch gingen Zeugen und wertvolle Zeit verloren. Dass Halter jeden Fall anzeigen, wäre auch Voraussetzung für das von Peta geforderte Register.
Einer der Fälle ereignete sich im Juli 2025 in Kremkau im Landkreis Stendal. Ein Halter fand dort sein dreijähriges Pferd mit einer tiefen Schnittwunde am Hals auf der Koppel, wie der Sender berichtete. Er wisse auch von einem Fall in einem rund 15 Kilometer entfernten Ort, in dem einem Pferd offenbar die Nüstern aufgeschnitten worden seien. Angezeigt habe der Besitzer das nicht.
Pferdehalter in der Altmark sichern ihre Koppeln
Der Halter aus Kremkau hat sein Grundstück inzwischen mit Bewegungsmeldern und Videokameras gesichert. Wie folgenreich die Angriffe sein können, zeigt ein weiterer Fall aus der Altmark. Dem Bericht zufolge musste ein Pferd getötet werden, weil es sich auf der Flucht vor dem Täter offenbar ein Bein gebrochen hatte.
Ein anderer Mann aus der Region trägt alle ihm bekannten Fälle in eine Karte ein. Sie ziehen sich demnach in einem schmalen Korridor von Brandenburg bis Niedersachsen, in der Altmark von Möllenbeck im Osten bis Klötze im Westen. In Möllenbeck waren kurz vor dem Angriff in Kremkau zwei Fohlen mit Schnittverletzungen an den Beinen gefunden worden, worüber die Altmark-Zeitung berichtet hatte.
Weitere Angriffe auf Pferde in Sachsen-Anhalt
Ende August 2026 meldete die Polizei zudem ein Pferd mit einer Schnittverletzung am Hals in Engersen im Altmarkkreis Salzwedel. Eine mutwillige Tat schloss sie nicht aus.
Auch außerhalb der Altmark wurden Pferde verletzt. Im September 2024 erlitten in Kühren bei Aken im Landkreis Anhalt-Bitterfeld zwei Stuten Schnitt- und Stichwunden an den Beinen, berichtete damals die Mitteldeutsche Zeitung. Beide Tiere hätten sich der Zeitung zufolge inzwischen erholt. Die Polizei gehe von vorsätzlichen Taten aus.
Pferde in der Börde und in Mecklenburg getötet
Nicht immer war dabei ein Messer im Spiel. Im August 2024 wurde in Ausleben im Landkreis Börde ein Pferd tot auf seiner Koppel gefunden, ein Spaziergänger hatte den Halter darauf aufmerksam gemacht. Das Tier hatte ein Einschussloch im Kopf, die Polizei ermittelt wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.
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Tödlich endeten zuletzt auch Angriffe jenseits der Landesgrenze. Rund um das Gestüt Lewitz bei Neustadt-Glewe in Mecklenburg-Vorpommern wurden seit Mitte September sechs Zuchtstuten angegriffen, drei davon starben, wie die OAZ berichtete. Einen Zusammenhang mit den Fällen in der Altmark schließt die Polizei dort nach jetzigem Stand weitgehend aus.
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