Es ist ein Zeugnis, das Sorgen macht: Deutschlands Schüler haben bei der neuesten internationalen Pisa-Studie einen historischen Tiefpunkt erreicht. Die 15-Jährigen kommen in Mathematik, beim Lesen und in den Naturwissenschaften auf die schlechtesten Kompetenzwerte seit Beginn der Pisa-Erhebungen vor 25 Jahren.
Rund 6700 Jugendliche wurden in Deutschland für den internationalen Vergleich getestet. Das Ergebnis: Bei jedem dritten Schüler fehlen grundlegende Kompetenzen in Mathematik und Lesen, bei jedem vierten Jugendlichen in den Naturwissenschaften. Fast jedem fünften Schüler fehlte es in allen drei Disziplinen an ausreichenden Basiskompetenzen.
Besonders dramatisch ist die Lage im Bereich Lesen. Nur knapp 70 Prozent der deutschen Schüler erreichen überhaupt das Mindestniveau. Zum Vergleich: In China schaffen das laut Pisa-Studie 93 Prozent.
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Und Berlin? Eine Stellungnahme der Senatsbildungsverwaltung zur Pisa-Studie war bis zum späten Nachmittag nicht zu bekommen. Fakt ist: Für einzelne Bundesländer gibt es in der aktuellen Pisa-Studie keine eigenen Ergebnisse. Wie Berlin im Vergleich zu anderen Bundesländern dasteht, lässt sich jedoch aus dem jährlich erscheinenden Bildungsmonitor der wirtschaftsnahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ablesen.
Der letzte Vergleich vom September 2025 dürfte Berliner Bildungspolitikern nur wenig Grund zum Aufatmen gegeben haben: Berlin rutschte zwar einen Platz vor, landete aber mit 42,3 Punkten doch nur auf Platz elf. Noch schlechter schnitten lediglich Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg ab. Schlusslicht war wie auch im Jahr zuvor Bremen. Ganz anders sieht es in Sachsen aus. Das Bundesland erreichte im Bildungsmonitor mit 65,4 Punkten den Spitzenplatz, gefolgt von Bayern und Hamburg.
7,8 Prozent Schulabbrecher in Berlin
Die Bildungssysteme der Länder werden bei diesem Ranking anhand von 98 Indikatoren analysiert. Dabei gab es durchaus Lichtblicke für Berlin. So wurde die Altersstruktur der Lehrerschaft an den allgemeinbildenden Schulen als relativ ausgewogen und damit positiv bewertet. Ebenfalls als positiv schätzte man die Investitionsquote an den Schulen, die Anzahl der Unterrichtsstunden und den Betreuungsschlüssel ein.
Schlecht bewertet wurde die Hauptstadt bei der Bekämpfung von Bildungsarmut. So lag die Quote der Schulabbrecher bei 7,8 Prozent und damit 0,7 Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt. Als Ursachen für das schlechte Abschneiden Berlins nannten die Autoren des Monitorings Sprachprobleme bei vielen Kindern.
An der nun erschienenen Pisa-Studie nahmen weltweit rund 760.000 Schüler im Alter von 15 Jahren aus 91 Staaten teil. In Deutschland wurden rund 6700 Schüler aus 250 Schulen getestet. Deutschland liegt bei den Tests im Mittelfeld. Am besten schnitten Singapur und China ab. Bestes europäisches Land ist demnach Estland.
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