Metalldiebstahl

Polizei überführt polnisches Diebes-Duo nach Windrad-Coup in der Oberlausitz

Zwei Männer machen sich an einer Windkraftanlage zu schaffen. Es folgt eine filmreife Verfolgungsjagd mit der Polizei. Zunächst können sie den Beamten entkommen.

3 Min
Ermittlungen der Polizei führen zu zwei Tatverdächtigen, die für einen schweren Diebstahl an einer Windkraftanlage und einen Kupferdiebstahl an einer Kirche verantwortlich sein sollen.

Ermittlungen der Polizei führen zu zwei Tatverdächtigen, die für einen schweren Diebstahl an einer Windkraftanlage und einen Kupferdiebstahl an einer Kirche verantwortlich sein sollen.

© Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Nach monatelangen Ermittlungen hat die sächsische Kriminalpolizei zwei mutmaßliche Täter identifiziert, die für einen Diebstahl an einer Windkraftanlage im Ortsteil Melaune der Gemeinde Vierkirchen sowie für einen Kupferdiebstahl an einer Kirche bei Zittau verantwortlich sein sollen. Allein beim Angriff auf das Windrad entstand nach Polizeiangaben ein Schaden von mehr als 100.000 Euro.

Flucht nach Polen – Transporter mit DNA-Spuren bleibt zurück

Auslöser der Ermittlungen war ein Zeugenhinweis am 11. Januar 2025. Ein Anwohner meldete der Polizei zwei Männer, die sich an einem Windrad in Melaune zu schaffen machten. Als die Beamten eintrafen, flüchteten die beiden Unbekannten in einem Audi A6 in Richtung polnischer Grenze. Einen VW-Transporter, mit dem sie offenbar ebenfalls angereist waren, ließen sie am Tatort zurück.

Die Verfolgung blieb erfolglos: Laut Polizei verhinderten schlechtes Wetter und die rücksichtslose Fahrweise der Flüchtenden ein Stellen der Verdächtigen. Diese entkamen über die Grenze. An dem zurückgelassenen Transporter sicherten die Beamten umfangreich Spuren, darunter DNA-Anhaftungen. Wegen der Schadenshöhe und weil der Angriff kritische Infrastruktur betraf, übernahm die Kriminalpolizei den Fall.

DNA-Treffer und Grenzkamera bringen den Durchbruch

Zentraler Ausgangspunkt der Ermittlungen war der zurückgelassene VW. In Zusammenarbeit mit polnischen Behörden konnte ein erster Tatverdächtiger identifiziert werden. Zum zweiten Mann führte ein Treffer über eine DNA-Spur. Bei den mutmaßlichen Tätern handelt es sich nach Angaben der Polizei um einen 25- und einen 27-jährigen polnischen Staatsbürger.

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Im weiteren Verlauf verdichteten sich Hinweise, dass das Duo auch für eine zweite Tat verantwortlich sein soll. Zwischen dem 20. und 21. Dezember 2024 hatten bis dahin unbekannte Täter Kupferrohre im Wert von rund 600 Euro von einer Kirche in Wittgendorf bei Zittau gestohlen. Durch die Beschädigung des Daches entstand zusätzlich ein Sachschaden von etwa 5000 Euro.

Kurz nach dem Kupferdiebstahl hatte eine Kamera des Personen-Identifikations-Systems (PerIS) – jene grauen Säulen an einigen Grenzübergängen, die Gesichter erfassen – zwei Männer in einem VW-Transporter aufgenommen, als diese über Hagenwerder nach Polen fuhren. Es handelte sich um dasselbe Fahrzeug, das wenige Wochen später am Windrad in Melaune zurückblieb. Die am Transporter angebrachten Kennzeichen waren laut Polizei kurz zuvor in Ostritz entwendet worden.

Ein Verdächtiger sitzt bereits in Polen in Haft

Durch den Abgleich der im Melaune-Verfahren erlangten Täterfotos mit den PerIS-Aufnahmen ordneten die Ermittler die Kupferdiebe eindeutig denselben Personen zu.

Der 25-jährige Tatverdächtige verbüßt nach Angaben der Polizei derzeit in Polen eine mehrjährige Haftstrafe. Der 27-Jährige ist sowohl in Deutschland als auch in Polen bereits wegen ähnlich gelagerter Delikte polizeilich in Erscheinung getreten.

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