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Auszeichnung

Preis fürs beste Krankenhaus der Welt in Thüringen angekommen

Der Grand Hospital Award, den erstmals eine deutsche Klinik gewonnen hat, ist gelandet. Zur Feier kamen Bundesgesundheitsminister und Ministerpräsident vorbei.

6 Min
Preisübergabe in den Waldkliniken Eisenberg: Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (v.l.) und Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (v.r.) überreichte die Trophäe stellvertretend an einige Mitarbeiter des weltbesten Krankenhauses.

Preisübergabe in den Waldkliniken Eisenberg: Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (v.l.) und Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (v.r.) überreichte die Trophäe stellvertretend an einige Mitarbeiter des weltbesten Krankenhauses.

© Marc Conzelmann

Am Mittwoch hat der Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann und Thüringens  Ministerpräsident Mario Voigt (beide CDU) den Grand Hospital Award an die Belegschaft der Eisenberger Waldkliniken weitergereicht.

Das kommunale Krankenhaus aus Thüringen schaffte, was bislang keiner deutschen Klinik gelungen ist: Die Waldkliniken Eisenberg waren vor Kurzem mit dem Grand Hospital Award 2026 der International Hospital Federation (IHF) ausgezeichnet worden. Es ist die höchste Auszeichnung, die der Weltverband der Krankenhäuser vergibt

Bundesgesundheits minister Carsten Linnemann und Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt haben nun der Belegschaft der Waldkliniken Eisenberg den Preis übergeben, schließlich gebürht dieser nicht dem deutschen gesundheitswesen, sondern dem handeln der fleicßigen Mitarbeiter vor Ort. Linnemann würdigte die Leistung des Hauses: Das Konzept Eisenberg stelle nicht die Statistik oder die Zahl oder die Summe in den Vordergrund. „Es geht einzig und allein darum, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Und dafür sollte unser Gesundheitssystem da sein“, wurde er generell.

Voigt sieht die Waldkliniken als Vorbild für die Krankenhausplanung im Land: „Das Besondere ist, dass diejenigen, die hierher kommen, immer wieder Menschen haben, die sie ermutigen und mit Leidenschaft gesund werden lassen. Für den Anspruch, den wir in Thüringen haben, nämlich wohnortnahe Versorgung mit großer Qualität – da ist Eisenberg Maßstab geworden. Sie können wahnsinnig stolz sein auf das, was Sie erreicht haben.“

Dr. Henriette Neumeyer, Präsidentin des europäischen Krankenhausverbands und stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhaus gesellschaft sagte. „Die Waldkliniken Eisenberg stehen für eine moderne Krankenhaus versorgung, die konsequente Patientenorientierung, zugewandte Medizin und Nachhaltigkeit miteinander verbindet.“ Besonderen Wert legt sie darauf, dass das Haus seine Erfahrungen mit anderen Krankenhäusern teilt: „Genau diesen Austausch brauchen wir, um die Krankenhausversorgung gemeinsam weiterzuentwickeln.“

Wenn über das deutsche Gesundheitswesen gesprochen wird, dann meist mit kritischem Unterton. Krankenhausstrukturreformen, mangelnde Spezialisierung und hohe Kosten sind häufiger Thema als medizinische Spitzenleistungen. Die gute Nachricht des Tages: Es gibt auch Lichtblicke.

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Dr. Kwang Tae Kim, Stifter der IHF Awards, überreichte den Grand Hospital Award in Gold vor wenigen tagen in Seoul an Bastian Guntermann, Leiter Unternehmenskommunikationder Waldkliniken Eisenberg, im Beisein von Henriette Neumeyer, der Präsidentin des europäischen Krankenhaus-Verbandes.

Dr. Kwang Tae Kim, Stifter der IHF Awards, überreichte den Grand Hospital Award in Gold vor wenigen tagen in Seoul an Bastian Guntermann, Leiter Unternehmenskommunikationder Waldkliniken Eisenberg, im Beisein von Henriette Neumeyer, der Präsidentin des europäischen Krankenhaus-Verbandes.

© Waldkliniken Eisenberg

Denn der Grand Hospital Award der International Hospital Federation (IHF), der als Auszeichnung für die besten Krankenhäuser der Welt verliehen wird, geht 2026 erstmals nach Deutschland – an die kommunalen Waldkliniken Eisenberg in Ostthüringen. Mehr als 750 Bewerbungen aus 38 Ländern habe es gegeben, acht Häuser schafften es ins Finale – gewonnen aber habe das kommunale Krankenhaus aus dem Saale-Holzland-Kreis, wie dessen Sprecher Bastian Guntermann stolz verkünden konnte.

Die Waldkliniken Eisenberg sind am Mittwoch in Seoul mit dem Grand Hospital Award 2026 der International Hospital Federation (IHF) ausgezeichnet worden, der höchsten Auszeichnung, die der Weltverband der Krankenhäuser an ein einzelnes Haus vergibt. Der Grand Hospital Award ist vergleichbar mit einem Oscar für den besten Film – nur eben für Krankenhäuser.

Die Waldkliniken Eisenberg haben 254 Betten für Akut- und 143 Betten für Reha-Patienten.

Die Waldkliniken Eisenberg haben 254 Betten für Akut- und 143 Betten für Reha-Patienten.

© Daniel Suppe/Waldkliniken Eisenberg

Beginn vor 15 Jahren: Krankenhaus neu denken

Zuletzt wurden große Hospitäler in Saudi-Arabien, Taiwan und Südkorea mit diesem Preis ausgezeichnet. 2026 geht der Preis an die Waldkliniken Eisenberg mit dem Schwerpunkt Orthopädie im Saale-Holzland-Kreis. Die International Hospital Federation ist seit 1929 der Weltverband der Krankenhäuser mit Sitz in Genf. In ihr sind die nationalen Krankenhausverbände aus aller Welt zusammengeschlossen.

Bewertet hat die internationale Jury des Grand Hospital Award das gesamte Haus in fünf Dimensionen: Qualität und Sicherheit der Behandlung, Patientenerlebnis, Wirtschaftlichkeit, Wohlbefinden der Mitarbeiter sowie Gerechtigkeit und Zugang zur Versorgung. Die Waldkliniken überzeugten in allen fünf abgeprüften Bereichen und ließen die weltweiten Mitbewerber hinter sich – mit belegbaren Spitzenwerten bei den Behandlungsergebnissen, Bestnoten in den Patientenbewertungen, einer New-Work-Arbeitsorganisation mit eigenem Haustarifvertrag und langfristiger Dienstplanung – und auf Basis des Leitsatzes der Waldkliniken Eisenberg: „Der Patient ist Gast“, egal ob gesetzlich oder privat versichert, betont Guntermann.

Es werde der Beleg angetreten, dass sich Spitzenmedizin und Gastlichkeit nicht ausschließen. „Wir haben vor 15 Jahren angefangen, Krankenhaus neu und anders zu denken – gegen viele Zweifel, ob das im deutschen Gesundheitssystem, in der Provinz und als kommunales Krankenhaus überhaupt möglich ist“, sagt David-Ruben Thies, Geschäftsführer der Waldkliniken Eisenberg. „Heute sehen wir: Es geht – auch in Deutschland, auch als kommunales Haus. Dass der Weltverband der Krankenhäuser diesen Weg auszeichnet, ist eine Anerkennung für die Menschen, die hier in Eisenberg jeden Tag arbeiten und die Maxime ‚Der Patient als Gast‘ leben. Ihnen gehört dieser Preis. Und er gehört Thüringen.“

2400 künstliche Hüften und 1800 Kniegelenke pro Jahr

Die Jury hat zudem auch auf die Ergebnisse geschaut. „Der Grand Hospital Award bestätigt die medizinische Qualität unseres Hauses auf Weltniveau. Das kommt nicht von ungefähr: In Eisenberg sind universitäre Forschung und klinische Versorgung unter einem Dach vereint, wir behandeln jährlich über 4500 Patientinnen und Patienten endoprothetisch, und unsere Top-Positionierung im Endoprothesenregister belegt, dass unsere Patienten weniger Komplikationen haben als andere“, sagt Prof. Dr. Georg Matziolis, Ärztlicher Direktor der Waldkliniken und Inhaber der Professur für Orthopädie der Universität Jena.

Mehr als jeder zweite Eingriff im Eisenberger Klinikum sei endoprothetischer Art, unter anderem setzten die Operateure jährlich mehr als 2400 künstliche Hüft- und etwa 1800 künstliche Kniegelenke bei Patienten ein. Deutschlandweit rangiert man damit unter den zehn gefragtesten Kliniken in diesem Fachgebiet.

Außenansicht des Bettenhauses der Waldkliniken Eisenberg vom italienischen Stararchitekten Matteo Thun.

Außenansicht des Bettenhauses der Waldkliniken Eisenberg vom italienischen Stararchitekten Matteo Thun.

© HG Esch / Waldkliniken Eisenberg

„Die Waldkliniken Eisenberg stehen für eine moderne Krankenhausversorgung, die konsequente Patientenorientierung, zugewandte Medizin und Nachhaltigkeit miteinander verbindet. Ich freue mich außerordentlich, dass dieser besondere Ansatz mit dem Grand Award der International Hospital Federation nun auch international höchste Anerkennung gefunden hat. Ein besonderer Wert liegt für mich darin, dass die Waldkliniken ihre Erfahrungen und Ideen aktiv mit anderen Krankenhäusern teilen und damit den fachlichen Dialog und das gegenseitige Lernen stärken. Genau diesen Austausch brauchen wir, um die Krankenhausversorgung gemeinsam weiterzuentwickeln“, sagt Dr. Henriette Neumeyer, Präsidentin der Europäischen Krankenhausgesellschaft.

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